Hightech und Blech

25 Jahre iPod

Tausend Songs und ein Streit mit den Beatles

Musik am Montag. Am 23. Oktober 2001 zog Steve Jobs ein weißes Kästchen aus der Hosentasche. Tausend Songs in der Tasche, versprach Apple, mit fünf Gigabyte, für 399 Dollar und nur für den Mac. Die Fachpresse blieb skeptisch. Fünfundzwanzig Jahre später ist der iPod Geschichte und trotzdem überall. Ohne ihn gäbe es kein iPhone.

Musik war für Apple nie ein Nebengeschäft. Jobs verehrte Bob Dylan und die Beatles, und ausgerechnet diese Liebe bescherte dem Konzern seinen längsten Rechtsstreit. Apple Corps, die Firma der Beatles, ging schon 1978 gegen den Namen Apple Computer vor. Der Vergleich von 1981 hielt Apple aus dem Musikgeschäft heraus. Als der Mac Töne lernte, folgte 1991 der nächste Vergleich, diesmal über rund 26,5 Millionen Dollar. Mit dem iTunes Store eskalierte der Streit 2003 erneut. Erst 2007 einigte man sich endgültig, Apple übernahm die Marke. In den Store kamen die Beatles trotzdem erst im November 2010.

Der eigentliche Umbruch lag im Preis. 99 Cent pro Song zerlegten das Album in Einzelteile. Die Plattenindustrie, von Napster gebeutelt, ließ sich darauf ein und verlor die Kontrolle über ihr wichtigstes Produkt. Bands wie AC/DC verweigerten sich jahrelang, weil ein Album für sie ein Gesamtwerk war und kein Grabbeltisch. Das Album wurde zur Option, die Playlist zur Regel. Streaming vollendete später, was iTunes begonnen hatte.

Unvergessen bleibt die Werbung. Ab 2003 tanzten schwarze Silhouetten vor knalligen Neonfarben, nur die weißen Kopfhörerkabel leuchteten. Das Kabel wurde zum Statussymbol, lange bevor es AirPods gab. Selten hat ein Unternehmen ein Produkt so wenig gezeigt und so viel verkauft.

Im Mai 2022 stellte Apple den letzten iPod touch ein. Die Musik lebt im iPhone weiter.

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Der iPod hat nicht nur Apple wiederbelebt, er hat das Musikgeschäft umgebaut. Er machte den Song zur Ware und das Album zur Nebensache. Die Beatles musste Apple erst vor Gericht bezwingen, dann umwerben. Dass wir das heute anders hören, liegt an einem weißen Kästchen aus dem Herbst 2001.