Hightech und Blech

Greenland New Deal

Donroe Doctrine am Donnerstag. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, auf Strafzölle gegenüber insgesamt acht europäischen Ländern zu verzichten. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, er habe sich mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte auf einen Rahmen für ein mögliches zukünftiges Abkommen zu Grönland geeinigt.

Trump denkt Außenpolitik als Konkurrenzspiel mit klaren Gewinnern und Verlierern: Einflusszonen, Militärbasen, Märkte – alles wird in Nutzenpunkten bilanziert, die der Gegenseite abgezogen werden müssen. Die Donroe Doctrine ist eine aggressive Aktualisierung der Monroe-Doktrin für den amerikanischen Doppelkontinent. Sie formuliert dies offen: Die USA beanspruchen Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre und wollen konkurrierenden Mächten den Zugang zu strategischen Assets verwehren. In spieltheoretischen Begriffen ist dies eine Strategie der Abschreckung durch Übermacht – ein Drohprofil, das Rivalen von Investitionen in Lateinamerika abhalten soll, weil die erwarteten Kosten US‑amerikanischer Gegenmaßnahmen zu hoch wären.

Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA unter Trump bestätigt dieses Muster: Europa wird nicht als gleichberechtigter Partner behandelt, sondern als Teil einer Einflusssphäre, in der Washington „führt, ohne zu regieren“ und jeden Staat nach seiner Nützlichkeit bewertet. Aus spieltheoretischer Perspektive ist das eine „divide et impera“-Strategie: Die Zersplitterung des Gegenspielers – hier der EU – erhöht den eigenen Payoff, weil sich bilaterale Deals leichter diktieren lassen als multilaterale Regeln.

In spieltheoretischer Sprache spielt Trump ein Hegemons‑Spiel auf dem amerikanischen Kontinent, in dem die EU kaum als Vollspieler vorkommt; Europa spielt ein Transformationsspiel im eigenen Binnenmarkt, dessen Parameter von externer Machtpolitik jederzeit verschoben werden können. Wenn die USA die Kontrolle über lateinamerikanische Rohstoffketten verstärken, verkleinert sich der strategische Handlungsspielraum des Green Deal, weil Europa bei kritischen Ressourcen stärker in Abhängigkeiten gerät. Die Frage ist nicht, ob Europa zwischen beiden Visionen wählen kann, sondern ob es überhaupt als eigenständiger Akteur im globalen Spiel auftreten will – oder nur die Nachfragerolle in einem von anderen gesetzten Rohstoff- und Sicherheitsregime einnimmt.