Sonntagsfrage. Nach Angaben der Stadt Kiel stimmten laut vorläufigem Endergebnis 63,5 Prozent bei dem Bürgerentscheid am Sonntag mit Ja, 36,5 Prozent mit Nein. Auch das nötige Quorum wurde mit 35.043 Ja-Stimmen erreicht. Dieses sah vor, dass mindestens 19.022 Menschen mit Ja stimmen mussten. Das entspricht zehn Prozent der Stimmberichtigten von insgesamt 190.220 Kieler:innen. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 29,1 Prozent. [ ndr.de/sport ].
Damit ist vor allem eines deutlich: Den meisten ist es wohl egal und das trotz der Tatsache, dass eine Online-Umfrage der Kieler Nachrichten im Vorfeld die Ja-Sager nur bei 36,7 Prozent gesehen hatte.
Am 31. Mai 2026 entscheiden Hamburger:innen in einem Referendum, ob die Stadt offiziell ins internationale Bewerbungsverfahren eintritt. Das Kieler Ja-Votum kommt somit für Hamburg zum psychologisch richtigen Zeitpunkt – es signalisiert, dass der Norden hinter einer Olympia-Bewerbung steht, da Kiel als Segelstandort fest in das Hamburger Konzept eingeplant ist.
Hamburg hatte in Kiel sogar mit Außenwerbung für ein Ja geworben. NOlympia-Hamburg kritisierte dies als fragwürdige politische Einflussnahme in einer föderalen Staatsorganisation.
Trotzdem ist Hamburgs Referendum alles andere als eine sichere Sache. Laut einer Umfrage im Auftrag des NDR steht die Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger den Olympiaplänen kritisch gegenüber: 50 Prozent finden eine Hamburger Olympiabewerbung eher schlecht, nur 41 Prozent eher gut.
Das Ergebnis von 2015 war knapp aber eindeutig: 51,6 Prozent sagten Nein, 48,4 Prozent Ja. Viele, die damals gegen Olympia stimmten, hatten Gründe, die heute wieder auf dem Tisch liegen – Angst vor explodierenden Kosten, Misstrauen gegenüber Versprechen temporärer Bauten, Sorge um Mieten, Verkehr und Umwelt.
Trotz geringer Beteiligung stärkt das klare Kieler Votum die Hamburger Pro-Olympia-Kampagne symbolisch und schließt eine regionale Lücke. Ob es jedoch ausreicht, die skeptische Hamburger Mehrheit umzustimmen, wird sich am 31. Mai zeigen. Die Briefwahl wird bereits ab Ende April 2026 möglich sein. Hamburg verfolgt damit den transparentesten Olympia-Weg Deutschlands.