Best of the Best Ist es wirklich möglich, den Überblick zu behalten und gerechte Urteile abzugeben, wenn 16 296 Arbeiten aus 76 Ländern zur Beurteilung vorliegen? "Ja", meint Barbara Levy, Präsidentin der London International Advertising Awards (LIAA) – das Bewertungssystem müsse nur entsprechend praktikabel sein. Deshalb bekommt jedes der 170 Jurymitglieder Material zugesandt, dessen Sichtung nicht mehr als rund zwei Stunden in Anspruch nimmt. Nach ein paar Wochen schicken alle ihre Beurteilungen nach London, wobei Kreativität das einzige Kriterium darstellt. Gibt es in einer Kategorie nichts wirklich Exzellentes, gibt es auch keinen Gewinner. "Dieses System hebt die LIAA von anderen Wettbewerben ab, die Jury besteht aus Individuen, die alleine urteilen. Die Mitglieder stehen nicht unter dem Druck, einen Sieger bestimmen zu müssen." Das zeigt sich in der Anzahl der ausgezeichneten Arbeiten, die auch diesmal wieder unter 1 Prozent lag.
Den Vorsitz der Jury im Bereich Interactive Media hatte in diesem Jahr Anette Scholz inne. Die Mitgründerin von Scholz & Volkmer in Wiesbaden beurteilt das Niveau in dieser Kategorie als gut. "Bei der Entscheidung für den Grand Prize – die von Hi-Res! gestaltete Website www.thethirdplace.com für Sony – gab es keine zwei Meinungen, es war eindeutig die beste Arbeit", so Anette Scholz.
Lavoie’s Playground ist der Name einer neuen Kategorie, die nach dem Jury-Chairman Paul Lavoie benannt ist. Eingereicht werden konnten hier Geisterkampagnen, also solche, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht veröffentlicht wurden. "Sieht man sich die Wurzeln dieser Anzeigen an, merkt man, dass sie als eine Art Ventil für experimentelle Ideen fungieren. Daher könnte Ich mir vorstellen, dass diese Kategorie einen Fundus für zukünftige Arbeiten darstellen kann", so Paul Lavoie. Der erste Gewinner dieser Kategorie ist Ruf Lanz aus Zürich, der die LIAA-Statue für seine Tasse "Twinings Tea – Prince of Wales" bekam. Bei dem Charme, den diese ausstrahlt, ist es sehr verwunderlich, dass sie (noch) niemand produzieren wollte.
Ebenfalls neu ist die Kategorie Outdoor, die alle draußen angebrachten Werbeformen zusammenfasst. Grand-Prize-Gewinner hier wie auch in der Rubrik Print ist die Kampagne "Passiv rauchen tötet" für die Cancer Patients Aid Association. Entwickelt wurde sie im indischen Mumbai, vom dortigen Ogilvy-&-Mather-Ableger.
Zwölf der insgesamt 133 Auszeichnungen gingen nach Deutschland, fast durchweg an die üblichen Verdächtigen wie Springer & Jacoby, Jung von Matt, Scholz & Friends & Co. Im nächsten Jahr soll es im Rahmen der LIAA einen eigenen Wettbewerb für Studenten geben, dann fallen vielleicht auch mal andere Namen. Teilnahmeunterlagen gibt’s unter www.liaawards.com, dort kann man sich auch alle ausgezeichneten Arbeiten ansehen.
Weiterführende Informationen
www.liaawards.com