Apple schnappt sich Samplab und sein KI-Notenwerkzeug
Musik am Mittwoch. Apple hat bereits im Juni Teile des Zürcher Startups Samplab übernommen. Bekannt wurde der Deal erst am Montag durch eine Mitteilung der EU-Kommission. Als Gatekeeper nach dem Digital Markets Act muss Apple Brüssel über solche Zukäufe informieren. Laut der Meldung erwerbe Apple über eine Tochtergesellschaft „bestimmte Vermögenswerte“ der Samplab GmbH und biete ausgewählten Beschäftigten eine Anstellung an. Einen Kaufpreis nennt das Dokument nicht. Weder Apple noch Samplab haben sich bislang geäußert.
Samplab wurde 2020 von Manuel Fritsche und Gian-Marco Hutter gegründet. Die Software wandelte Audioaufnahmen in MIDI um, zerlegte Songs in Gesang, Schlagzeug, Bass und harmonische Anteile und erkannte Akkorde, Tonart und Tempo. Ihr Kernstück war die Bearbeitung einzelner Töne in polyphonem Material, ohne die Klangfarbe des Originals zu verändern. Wer einen Gitarrenakkord in einem Sample umbauen wollte, verschob die Noten wie in einer Pianorolle. Die Rechenarbeit erledigten KI-Modelle in der Cloud. Samplab pries sich selbst als bestes Audio-zu-MIDI-Werkzeug am Markt, und SoundCloud übernahm diese Formulierung für ein Rabattangebot an seine Mitglieder. Am 17. September wurde der Dienst eingestellt. Die Website leitet inzwischen auf apple.com weiter.
Wohin die Technik wandert, ist offen. Naheliegend ist Logic Pro. Apples Profi-Software bietet seit 2024 einen KI-gestützten Stem Splitter und mit Chord ID eine Akkorderkennung. Die polyphone Notenbearbeitung fehlt bislang, hier gilt Celemonys Melodyne als Referenz. Denkbar ist auch ein Einsatz in GarageBand oder Final Cut Pro. Samplab reiht sich in eine Serie kleinerer KI-Zukäufe ein, die Apple zuletzt der EU-Kommission gemeldet hat, darunter der KI-Podcastdienst Huxe.
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Apple kauft sich die Technik, mit der Logic Pro zum Konkurrenten von Melodyne werden könnte. Für bisherige Samplab-Kunden, gerade unter Windows, ist die Geschichte dagegen bereits zu Ende.