Trump schafft Artificial Intelligence per Dekret ab. Das ist jetzt Super Intelligence
Macs und Medien am Mittwoch. Am 29. September hat Donald Trump eine Executive Order unterzeichnet, die einen Begriff abschafft. Unter dem Titel Inaugurating the Era of Super Intelligence verpflichtet sie die Bundesbehörden, in Korrespondenz, auf Websites, in Berichten und Policy-Papieren nur noch von Super Intelligence und SI zu sprechen. Artificial Intelligence werde die Exekutive künftig nicht mehr anerkennen, heißt es in dem Dekret. Die Begründung lieferte der Präsident vor dem Weißen Haus selbst. Die Technik sei nicht künstlich. Später verglich er das Wort artificial mit Fake News.
Man könnte das als Marotte abtun. Das wäre ein Fehler. Denn die Technik bleibt. Was sich ändert, ist die Frage nach der Verantwortung. Bis eine eigene Definition vorliegt, gilt für Super Intelligence die gesetzliche KI-Definition aus Title 15 des US Code. Bestehende Regeln, Verträge und Archive bleiben unberührt. Der Gegenstand ist identisch, nur das Etikett wechselt. Genau darin liegt die politische Absicht.
Künstlich ist ein Wort mit eingebautem Urheber. Es sagt, dass Menschen etwas gemacht haben, und damit auch, dass Menschen dafür einstehen. Super lenkt den Blick vom Hersteller auf das Wunder. Wer von Superintelligenz spricht, redet über Größe und nicht über Fehlerquellen. Die Politikwissenschaft nennt das Framing. Der Rahmen entscheidet, welche Fragen überhaupt noch plausibel klingen. Eine künstliche Intelligenz, die fremde Systeme angreift, ist ein Produktmangel. Eine Superintelligenz, die dasselbe tut, wirkt wie ein Naturereignis. Die Technik bleibt. Was sich ändert, ist die Frage nach der Verantwortung.
Das Timing fügt sich ins Bild. Die Order kam sechs Wochen vor den Midterms, in denen die Republikaner ihre knappe Mehrheit im Kongress verteidigen, und mitten in einer Debatte über Rechenzentren und die Risiken fortgeschrittener Modelle. Warnungen vor KI hatte Trump zuvor als Hoax abgetan. Am selben Tag unterschrieben die Chefs der großen KI-Firmen eine freiwillige Selbstverpflichtung, die der Präsident moralisch bindend nannte. Ein bindendes Gesetz gibt es nicht. Die Sprache übernimmt die Arbeit, die eine Regulierung leisten müsste.