Hightech und Blech

Apple schließt macOS ab

Apple schließt macOS ab

Mac-Montag. Am 4. Oktober 2011 stellte Apple mit dem iPhone 4S einen Assistenten vor, der zuhören und handeln sollte. Siri sollte Termine eintragen, Nachrichten verschicken und Fragen beantworten. Fünfzehn Jahre später kündigt Apple an, ausgerechnet jenen Zugriff zu beschränken, den moderne KI-Assistenten für genau diese Versprechen brauchen.

Es geht um den sogenannten Festplattenvollzugriff in macOS. Die Freigabe sei ursprünglich für Backup-Programme gedacht und umgehe weitgehend die Datenschutzkontrollen, schreibt Apple in einer Mitteilung an Entwickler vom 2. Oktober. Einige Entwickler nutzten sie inzwischen so, dass Dateien, Mails, Nachrichten und sogar der Browserverlauf offenlägen, ohne dass Nutzer das vollständig verstünden. Bei Kommunikations-Apps seien zudem die Gesprächspartner betroffen. Künftig solle die Freigabe nur noch nach sehr ausdrücklicher Bestätigung möglich sein. Die Begründung reicht über den Einzelfall hinaus. Je fähiger und autonomer KI-Agenten würden, desto größer werde das Risiko solcher Zugriffsrechte, heißt es bei Apple. Wann und wie die neuen Kontrollen kommen, lässt das Unternehmen offen unter Updates to Full Disk Access in macOS.

Hier schließt sich der Kreis zu Siri. Apple hat seinen Assistenten über anderthalb Jahrzehnte bewusst an der kurzen Leine gehalten. Siri bekam nur, was Schnittstellen und Sandbox erlaubten. Datenschutz war Markenkern, der begrenzte Funktionsumfang die Rechnung dafür. Konkurrierende Agenten verlangen dagegen den Generalschlüssel und bekommen ihn auf dem Mac bisher mit wenigen Klicks.

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Apple steht damit vor einem Dilemma. Schützt es die Daten, schützt es zugleich das eigene Revier gegen KI von Drittanbietern. Öffnet es den Mac, opfert es das Versprechen, mit dem es Siris Schwächen jahrelang erklärt hat. In Brüssel dürfte die Frage spannend werden, ob die strengeren Hürden für fremde Agenten auch für Apples eigene Intelligenz gelten.