Als digitaler Markt sind iOS, iPad und macOS die Kinder derselben iCloud
Down the Drain. Apple ist am Mittwoch (8.7) vor dem Gericht der Europäischen Union in Luxemburg gescheitert. Die Richter wiesen die Klage gegen die Einstufung von iOS und App Store als Torwächter nach dem Digital Markets Act (DMA) ab. Damit bleiben dem Konzern die besonderen Gatekeeper-Pflichten erhalten — von alternativer App-Verteilung bis zur Öffnung für konkurrierende Zahlungsdienste. Apple bekräftigte, die Vorgaben gingen zu weit und untergrüben über Jahre gewachsene Sicherheitsmechanismen. Cupertino kann noch vor den Europäischen Gerichtshof ziehen [ reuters.com ].
Der Kern des Streits war ein Rechenkunststück. Die Kommission behandelte die App Stores für iPhone, iPad, Mac, Apple TV und Apple Watch als einen einzigen Plattformdienst. Apple wollte sie getrennt gezählt sehen — fünf kleine Läden ergeben rechnerisch weniger Marktmacht als einer. Das Gericht folgte der Kommission.
Hier rächt sich Apples Doppelstrategie. Nach außen fächert der Konzern seine Plattformen sorgfältig auf: iOS, iPadOS, watchOS, macOS — jede mit eigenem Namen, eigenem Marketing, eigener Bühne bei der WWDC. Technisch läuft die Bewegung genau umgekehrt. iOS-Apps laufen längst auf dem iPad, und seit Apple Silicon führt der Mac iPhone- und iPad-Apps ohne Portierung aus. Die Grenzen, die Apple juristisch beschwört, hat das eigene Chip-Design faktisch eingerissen.
Wer Kunden ein nahtloses Ökosystem verkauft und Regulierern fünf getrennte Läden, darf sich nicht wundern, wenn ein Gericht die Fassade abräumt. Die Differenzierung entspricht nicht der Realität im Maschinenraum.
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Apple verliert in Luxemburg, weil die Zergliederung in einzelne Stores an der eigenen technischen Konvergenz zerschellt. Die spannendere Frage verschiebt sich nun: nicht ob Apple sich öffnet, sondern ob die Kommission die vielen kleinen Widerhaken der Umsetzung als Erfüllung durchgehen lässt — oder als nächsten Verstoß verfolgt.