Hightech und Blech

iOS 27 mit Siri AI ohne EU

Downgrade am Donnerstag. Apple hat bei der Keynote am Mittwoch eine neue Siri vorgestellt, und für einmal ist die interessanteste Zahl nicht die der Parameter, sondern die der Ausnahmen. Siri AI startet als englischsprachige Beta, gekoppelt an iOS 27, das am 14. September erscheint. Wer die neue Assistentin will, braucht also zuerst die richtige Systemsprache und dann Geduld. Denn Deutsch fehlt.

Die erste Nachrüstwelle im Oktober bringt Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Für Siri AI auf Deutsch nennt Apple bislang keinen Termin. Das ist bemerkenswert, weil Apple Intelligence als Gesamtpaket Deutsch längst unterstützt. Die neue Siri bleibt vorerst außen vor.

Der zweite Haken ist geografisch. Auf dem iPhone, dem iPad und der Apple Watch wird Siri AI in der EU gesperrt. Nur auf dem Mac und der Vision Pro darf sie laufen, und dort eben nur auf Englisch. Ein Nutzer in Hamburg bekommt die Funktion auf seinem Hauptgerät also gar nicht, und auf dem Mac nur in einer Sprache, die er im Zweifel nicht sprechen will.

Selbst dort, wo Siri AI erlaubt ist, wird sie rationiert. Serverbasierte Funktionen haben tägliche Nutzungslimits, und mehr Spielraum gibt es über iCloud+. Ein kostenpflichtiger Vollzugang könne später folgen. Und noch bevor irgendjemand die Limits erreicht, solle laut Beta-Code eine Warteliste den Einstieg drosseln, was Apple offiziell nicht bestätigt hat.

Dazu kommt ein Detail, das im Jubel unterging. Siri AI behalte ihren Beta-Status selbst dann, wenn iOS 27 die Testphase längst verlassen habe. Es ist also eine Beta in einem fertigen Betriebssystem. Beworben wurde eine Assistentin, die in Apps handelt, auch in fremden, und die den persönlichen Kontext direkt auf dem Gerät versteht. Was davon im Alltag trägt und was nur im Bühnenlicht der Keynote funktioniert, wird sich erst zeigen, sobald genug Menschen von der Warteliste nachrücken. Bis dahin bleibt vor allem das Etikett.

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Man kann das nüchtern zusammenfassen. Apple hat monatelang eine Assistentin versprochen, die in den eigenen Apps handelt und persönlichen Kontext versteht. Ausgeliefert wird eine englischsprachige Beta mit Warteschlange, Tageslimit und Ländersperre, die ausgerechnet auf einem Modell des Rivalen Google läuft. Das ist kein Upgrade, das sich wie eines anfühlt. Hinzu kommt die deutsche Situation. Für die deutsche Kundschaft ist die Bilanz besonders ernüchternd. Kein Deutsch, kein iPhone-Zugang, kein Termin. Wer die vollmundige Vorstellung bei der WWDC noch im Ohr hat, erlebt heute die Lücke zwischen Demo und Wirklichkeit. Und Erinnerung funktioniert über den Schlussakkord von Ternus‘ erster Keynote als CEO.