Profitabel entlassen – und das ist das neue Normal im Silicon Valley
Fucking Friday bei Facebook. Meta streicht rund zehn Prozent seiner Belegschaft – etwa 8.000 Menschen verlieren ihren Job. Was besonders bitter ist: Das Unternehmen säuft nicht ab in roten Zahlen. Metas Nettogewinn lag 2025 bei rund 60 Milliarden US-Dollar. Man entlässt also nicht aus Not, sondern aus Kalkül.
Der offizielle Grund klingt vertraut: Effizienz, Umstrukturierung, Investitionen in KI. Laut einem internen Memo will Meta effizienter werden und so andere Ausgaben querfinanzieren. Gemeint ist vor allem die KI-Offensive. Mark Zuckerberg hatte es bereits auf dem Earnings Call im Januar klar formuliert: 2026 sei das Jahr, in dem KI die Art zu arbeiten dramatisch verändern werde – Projekte, die früher ganze Teams erforderten, könne bald eine einzige Person erledigen.
Das ist keine Demut, das ist eine Drohung.
Und es bleibt nicht bei dieser Runde: Eine zweite Entlassungswelle ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Die Stimmung im Unternehmen dürfte entsprechend sein. Wer weiß, ob er als Nächstes dran ist, arbeitet nicht mit Begeisterung – er arbeitet mit Angst.
Ist das die Zukunft der Tech-Branche in Kalifornien? Vieles spricht dafür. Das Versprechen des Silicon Valley war einst: Wachstum für alle, flache Hierarchien, Mitarbeiter als wichtigstes Asset. Heute lautet die Botschaft: KI ist das Asset, Menschen sind Kostenstellen. Betroffen sind Ingenieure, Recruiter, Produktmanager – quer durch alle Bereiche. Keine Nische ist sicher.
Was bleibt, ist eine paradoxe Realität: Je profitabler die Tech-Giganten werden, desto weniger Menschen brauchen sie dafür. Und je weniger Menschen sie brauchen, desto unsicherer wird das Gefühl, einer von ihnen zu sein. Das Silicon Valley erfindet sich neu – nur diesmal auf Kosten derer, die es groß gemacht haben. [ wired.com/story ]