Tim Cook gibt sich als versöhnlicher Regierungs-Lobbyist
Diplomatie am Donnerstag. Tim Cook und EU-Vizepräsidentin Henna Virkkunen haben am Montag (29.6) per Videocall gesprochen. Die Kommission bestätigte den Austausch am Mittwoch offiziell und nannte ihn konstruktiv – man arbeite weiter an gemeinsamen Themen. Mehr ist es bisher nicht: kein Zeitplan, keine erkennbare Bewegung auf beiden Seiten. Das Adjektiv trägt hier viel Gewicht bei wenig Inhalt.
Bei der WWDC 2026 kündigte Apple an, die neue, chatbot-artige Siri AI starte in der EU nicht zusammen mit iOS 27 und iPadOS 27 – schuld sei der Digital Markets Act (DMA). Die Kommission konterte umgehend, es sei allein Apples Entscheidung. Apple habe eine pauschale Ausnahme von den Interoperabilitätspflichten verlangt, und die sehe der DMA schlicht nicht vor.
Der Kern des Streits ist die Reichweite dieser Pflichten. Apple argumentiert, die Lesart der Kommission zwinge das Unternehmen, fremden KI-Assistenten denselben tiefen Zugriff wie Siri zu geben – Nachrichten lesen und senden, Käufe tätigen, quer durch installierte Apps agieren. Das gefährde Privatsphäre und Sicherheit. Die Kommission sieht es umgekehrt: Apple habe schlicht keine regelkonforme Lösung geliefert.
Betroffen sind nur iOS und iPadOS, weil allein diese unter den DMA fallen. Auf macOS 27, visionOS 27 und watchOS 27 bekommen EU-Nutzer Siri AI regulär – ein Detail, das Apples Sicherheitsargument nicht gerade stützt.
Der Druck ist real. Europa steht für rund 27 Prozent von Apples Umsatz, die Trump-Regierung droht mit Vergeltungszöllen, in Brüssel gingen hunderte wütende Verbraucher-Mails ein. Zugleich steht Cooks Abgang bevor, John Ternus gilt als Nachfolger. Cooks verbliebener Wert liegt vor allem in der Rolle des obersten Regierungs-Lobbyisten – ein versöhnlicher Ton zum Abschied passt ins Bild.
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Man redet wieder miteinander, und das ist mehr als das öffentliche Geschimpfe der letzten Wochen. Für europäische iPhone-Besitzer ändert sich damit aber vorerst nichts: Siri AI bleibt hinter einer Regulierungslinie, die weder Apple noch Brüssel bislang verschieben wollen.