#twittwoch im Netz. Die EU geht seit einer Woche mit einem formellen DSA-Verfahren gegen X und Grok vor und prüft zusätzliche Notfallmaßnahmen Die EU‑Kommission hat ein formelles Ermittlungsverfahren gegen X eröffnet, weil Grok sexualisierte Deepfakes von Frauen und offenbar auch Minderjährigen erzeugt und verbreitet, so bbc.com.
Grundlage sind der Digital Services Act (DSA) und – perspektivisch – die KI‑Verordnung; geprüft wird, ob X manipulierte sexuell explizite Bilder ausreichend verhindert und Risiken vorab bewertet hat. Parallel läuft bereits eine DSA‑Untersuchung zu Empfehlungssystemen, die nun ausgeweitet wurde, weil Grok in das Ranking von Inhalten integriert werden soll. Das Europäische Parlament drängt in einer aktuellen Debatte auf schnelle DSA‑Durchsetzung und explizite Maßnahmen gegen sexuelle Deepfakes und die Pornifizierung von Frauen und Kindern.
Die Kommission prüft interim measures nach DSA (Notfallmaßnahmen) für Fälle, in denen ernsthafte Schäden für Nutzer drohen, etwa das temporäre Abschalten bestimmter Grok‑Funktionen in der EU. Mehrere Regierungen haben X oder Grok bereits eingeschränkt oder ganz verboten. EU‑Politiker fordern eine einheitliche, harte Linie gegen sexualisierte KI‑Bilder und Deepfakes.
Sowohl der App Store als auch Google Play verbieten Apps mit Kinderpornografie, nicht‑einvernehmlicher Sexualität und belästigenden, diffamierenden Inhalten. Formal verstößt das, was mit Grok passiert, sehr wahrscheinlich gegen diese Richtlinien. Trotzdem sind sowohl die X‑App als auch die eigenständige Grok‑App derzeit noch in beiden Stores verfügbar, obwohl einzelne US‑Senatoren explizit ihre Suspendierung fordern. Apple und Google müssten nachweisen können, dass die App strukturell gegen ihre Regeln verstößt und dass X/Grok nicht willens oder in der Lage ist, das abzustellen. Solange X Features einschränkt und auf zahlende Nutzer begrenzt, können die Konzerne argumentieren, man sei im Dialog statt sofort zu bannen.
Frühere Sperren etwa von Tumblr, Telegram und anderen wegen unzureichender Filter bei Missbrauchsinhalten wurden hart kritisiert. Sowohl Apple als auch Google wollen vermeiden, dass Musk sie politisch als Zensur‑Gatekeeper brandmarkt und gleichzeitig inkonsistente Standards nachgewiesen bekommt. X ist eine der großen globalen Social‑Media‑Plattformen, Grok ein Prestige‑KI‑Projekt eines extrem prominenten Unternehmers. Ein Bann hätte geopolitische Sprengkraft und könnte seinerseits Kartellverfahren gegen Apple/Google befeuern. Solange die EU‑Verfahren gegen X/Grok laufen und noch keine endgültige DSA‑Entscheidung vorliegt, können Apple und Google sich darauf berufen, zunächst das Ergebnis der Behörden abzuwarten, statt vorzugreifen.
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In Europa kommt der härteste Druck derzeit von der Regulierung, während Apple und Google versuchen, mit Mindestanpassungen von X/Grok auszukommen, um einen offenen politischen und wirtschaftlichen Konflikt mit Musk und seiner Fanbase vorerst zu vermeiden.