Hightech und Blech

Protonet ist platt

Finanzen am Freitag. Das Hamburger Startup Protonet ist jetzt pleite [ t3n ]. Das Produkt von Protonet war eine Netzwerkfestplatte mit einem eigenen Betriebssystem namens Soul [ htub.de ]. Das System bietet Funktionen einer Groupware. Also lokale Cloud-Funktionen, die trotzdem nicht ganz ohne Cloud auskommen. Die für den Betrieb benötigten Subdomains über [name].protonet.info werden in den kommenden Wochen wahrscheinlich eingestellt. Insolvent ist die deutsche Protonet GmbH. In Kalifornien kümmert sich Gründer Ali Jelveh weiter um die Geschicke der Protonet Inc.

Dazu erreicht uns ein Update zur Insolvenzanmeldung der Protonet Betriebs GmbH als E-Mail. Darin heißt es, die Geschäfte würden uneingeschränkt fortgeführt werden. Die Gehälter der 16 Angestellten seien nämlich durch das Insolvenzgeld bis Ende April gesichert. Auch die IT-Infrastruktur, die für die vollumfängliche Nutzung der Protonet-Systeme notwendig sei, bleibe bestehen.

Protonet finanzierte sich 2012 über indigogo und legte 2014 bei Seedmatch eine Finanzierung über mehr als 3 Millionen Euro auf. Anfang 2016 holte man in den USA mit Y-Combinator einen weiteren Investor an Bord. Dieses Investment folgte jedoch auf einer anderen finanziellen und juristischen Bewertung als die Seedmatch-Finanzierung, allerdings konnten die vorherigen Investoren mangels Masse nicht ausgezahlt werden [ Crowd und Rüben ].

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Ab dem 01.03.2017 werden die Services von Protonet für die Erreichbarkeit der Group-Ware-Lösung über [name].protonet.info Bestandteil eines von Kunden zu schließenden Dienstleistungsvertrages mit Kosten von monatlich mindestens 49 Euro. Darin enthalten ist Support über E-Mail. Ohne Service-Vertrag ruft Protonet einen Stundensatz von 149 Euro auf [ protonet.com/de/neuer-service-vertrag ].

Und dann ist noch ein anderes Hamburger Startup nicht so richtig platt, aber die Luft scheint raus bei Jaano.

Leider hat außer uns und unseren Fans, keiner der großen Kapitalgeber oder die Stadt Hamburg, an Jaano geglaubt und unsere Idee unterstützt. Damit ist ein Investment, welches die Firma auf ökonomisch gesunde Beine gestellt hätte, leider ausgeblieben. Wir haben als Pioniere den Weg für andere große Firmen geebnet, welche nun das umsetzen können, wovon wir geträumt haben.
[ Aussendung von Jaano ]

Man bot einen Roller-Verleih an. Aber: Jaano ist nicht pleite. Es gibt nur keine Basis für einen wirtschaftlichen Erfolg, wenn die Stadt Hamburg keine E-Scooter für Jaano subventionieren möchte [ Jaano Blog bei Facebook ]. Na, ihr Jung-BWLer, merkt ihr was?

Und dann ist bei noch einem weiteren Hamburger Startup die Feierlaune vorbei. Zuletzt retteten sich immer mehr Nutzer mit der App Heute in HH ins Wochenende:

Geld verdient haben wir hauptsächlich über die bezahlte Platzierung von Inhalten auf unseren Kanälen. Unsere Umsätze sind ähnlich gut, wie die auf uns gerichtete Aufmerksamkeit, gewachsen. Leider aber reicht es aber unterm Strich nicht, um unsere Mitarbeiter und uns ausreichend für den Einsatz zu entlohnen und den laufenden Geschäftsbetrieb nachhaltig aufrecht zu erhalten. Da unser Herz an diesem Projekt hängt und wir nicht wollen, dass wir am Ende in einer Zahlungsunfähigkeit enden, haben wir uns dazu entschieden – so schwer es uns auch fällt – einen Schlussstrich zu ziehen.
[ heuteinhamburg.de ]

Konfettibombe und Luftsprung. Am 28. Februar wird der Geschäftsbetrieb von Heute in HH eingestellt. Am Aschermittwoch ist alles vorbei.