Zwei Gewinner in einem schrumpfenden Smartphone-Markt
Markt am Mittwoch. Der globale Smartphone-Markt ist im zweiten Quartal 2026 so tief gefallen wie seit 2013 nicht mehr. Counterpoint Research meldet ein Minus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, Omdia kommt auf vier Prozent, IDC auf 6,7 — die Zählweisen unterscheiden sich, die Richtung nicht. Und mitten in diesem Einbruch legen ausgerechnet die zwei teuersten Anbieter zu.
Samsung führt den Markt wieder an, je nach Institut mit 22 bis 24 Prozent Anteil. Nachdem Apple das Jahr auf der iPhone-17-Welle noch angeführt hatte, holte sich Samsung im zweiten Quartal die Spitze zurück — auch, weil der verspätete Start der Galaxy-S26-Reihe Nachfrage aus dem ersten ins zweite Quartal schob. Apple erreicht mit rund 20 Prozent einen Rekordwert, und das im traditionell schwächsten Quartal des Konzerns. Alle anderen im Spitzenfeld verlieren: Xiaomi rutscht auf elf bis zwölf Prozent, Oppo auf zehn bis elf, Vivo auf acht.
Der Befund Wachstum auf Kosten der anderen trifft es nur halb. Der Kuchen selbst schrumpft. Samsung und Apple nehmen niemandem etwas weg — sie halten sich, während das Mittelfeld wegbricht.
Die Ursache ist bekannt. Speicher wie DRAM und NAND fließen in die KI-Rechenzentren, nicht in Konsumgeräte. Bei günstigen Modellen macht Speicher inzwischen über 60 Prozent der Herstellungskosten aus, bei Oberklasse-Geräten mehr als 30. Wer keine Einkaufsmacht hat, kann nicht mithalten. Samsung sichert sich Bauteile über die eigene Chip-Sparte, Apple war der einzige große Hersteller, der die Preise nicht erhöhte und knappen Speicher konsequent in die iPhone-17-Reihe lenkte — ältere Modelle blieben deshalb schlechter lieferbar.
Das Ergebnis ist eine Polarisierung: Oben verteidigen zwei Konzerne Marge und Volumen, unten fällt das Angebot an bezahlbaren Neugeräten weg. Wer wächst, tut es außerhalb des Rampenlichts — Huawei im Heimatmarkt, Google mit der Pixel-10-Reihe. Für die Masse bleibt: weniger billige Neugeräte, kleinere Speicherstufen als Standard, ein größer werdender Gebrauchtmarkt.
Was hier passiert, ist keine gewöhnliche Marktbewegung. Der Smartphone-Massenmarkt wird zum Kollateralschaden des KI-Ausbaus — und die Kluft zwischen denen, die sich Speicher leisten können, und dem Rest verfestigt sich zur Struktur. Denn auch der Ausblick bleibt rau. Counterpoint erwartet für das Gesamtjahr ein Minus von rund 14 Prozent; die Speicherknappheit dürfte bis 2027 anhalten, sinkende Preise seien frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 zu erwarten. Und die Preiswelle, die Apple bislang aussparte, dürfte im Herbst die iPhone-18-Reihe erreichen.