Hightech und Blech

Touchscreen-Macbook im Handel

Neu am Mac, aber nicht am Touchscreen. Wie der Mac um fast ein Viertel wächst

Freaky Friday. Apple hat das beste Geschäftsjahr seiner Geschichte abgeschlossen, und ausgerechnet der Mac sticht heraus. 10,8 Milliarden Dollar Umsatz im Septemberquartal, ein Plus von 23,7 Prozent. Keine andere Produktsparte wuchs so schnell. John Ternus nutzte seinen ersten Analysten-Call als Apple-Chef für eine kleine Liebeserklärung. Der Mac habe ihn einst zu Apple gebracht, und die Kategorie erlebe nach mehr als 40 Jahren ihren größten Moment. Dazu meldete er einen Rekord bei Kundinnen und Kunden, die neu zum Mac gekommen seien.

Wie viele das sind, verrät Apple nicht. Stückzahlen nennt der Konzern seit Jahren keine. Und die Rekordmeldung passt nicht recht zu dem, was die Marktforschung beobachtet. Alle drei großen Analysehäuser haben für das dritte Kalenderquartal rund elf Prozent weniger ausgelieferte Macs geschätzt. Weniger Geräte, deutlich mehr Umsatz und obendrein ein Neukundenrekord ergeben zusammen ein Rätsel, das Cupertino nicht auflösen muss und nicht auflösen will.

Woher die Neuen kommen, lässt sich trotzdem erahnen. Apple selbst schreibt das Wachstum dem MacBook Neo und dem MacBook Pro zu. Das Neo ist der günstigste Weg in die Mac-Welt. Wer zum ersten Mal einen Mac kauft, greift dort zu und nicht beim Profigerät.

Damit zur Hoffnung des Weihnachtsquartals. Seit heute steht das erste MacBook Pro mit Touchscreen in den Läden. Apple bricht damit ein Dogma, das es jahrelang verteidigt hat. Ein Lockangebot für Umsteiger von Windows ist das Gerät allerdings nicht. Es kostet ab 2.899 Dollar in 14 Zoll und ab 3.399 Dollar in 16 Zoll, und zum Start ist es nur in 30 Ländern und Regionen erhältlich. Wer so viel Geld ausgibt, kennt den Mac in aller Regel schon.

Die Käufer der ersten Stunde sind eine eigene, sehr stabile Zielgruppe. Sie kaufen die erste Generation einer neuen Gattung, nehmen Kinderkrankheiten in Kauf und finanzieren so die zweite. Wie real dieses Risiko ist, zeigt gerade das iPhone Duo. Laut MacRumors habe Apple seine Stores bereits wegen Rissen im Display informiert.

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Neue Kundschaft erschließt der Touchscreen also kaum. Er bindet die vorhandene noch fester. Für Apple ist das kein Mangel, sondern bewährte Strategie. Der Konzern erwartet für das laufende Quartal ein Umsatzplus von sieben bis zehn Prozent. Ein großer Teil davon dürfte von Menschen kommen, die längst einen Mac besitzen.