Hightech und Blech

TSMC im Silicon Sachsen

Dresden war schon in der DDR ein Hightech-Standort

Kennzeichen DD. Ein Chip-Werk von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Limited – kurz: TSMC – in Dresden scheint nach Informationen vom Handelsblatt so gut wie besiegelt zu sein. Der Konzern aus Taiwan wird etwa 10 Milliarden Euro am Standort Dresden investieren. Die Bundesregierung werde über Mittel des Bundes den Fabrikbau mit fünf Milliarden Euro fördern.

Trotz dieser Unterstützung zeigt sich die Financial Times skeptisch. Fachkräftemangel und fremdenfeindliche Kräfte in Ostdeutschland unterlaufen die Bemühungen, Zukunftstechnologien in Sachsen anzusiedeln.

Menschen, die hierher kommen, die hier arbeiten wollen und sich in die deutsche Gesellschaft integrieren wollen, sind herzlich willkommen.
[ Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen (CDU) ]

Statements wie die von Kretschmer (CDU) sind vollkommen verdreht, denn aus der fremdenfeindlichen Position heraus wird den Ankömmlingen immer der Wille zur Integration abgesprochen. Wer arbeiten will, kommt, um jemanden, der schon immer hier war, die Arbeit wegzunehmen. Nicht, um sich zu integrieren. Unabhängig davon, was ein Ministerpräsident von Sachsen dazu sagt, und auch, wenn dieser selbst Menschen, die nach Sachsen gehen, willkommen heißt.

Standorte von Hightech in Deutschland ( Bild: FT )

Laut ft.com arbeiten in Sachsen etwa 75.000 Menschen im Hightech-Sektor. Bis 2030 sollen es mehr als 100.000 sein, denn jeder dritte in der EU hergestellte Chip kommt schon jetzt aus Sachsen. Infineon, Bosch, X-Fab und GlobalFoundries planen alle auf Expansion in Sachsen.

TSMC als weitere Player bedeute in Sachsen auch einen stärkeren Wettbewerb vor allem auch um talentierte Mitarbeitende in den Bereichen Elektronik, Software-Entwicklung und Mechanotronik, so ein Sprecher von Silicon Saxony gegenüber ft.com.

< update /> Es genügt ein Blick in Wikipedia, um zu erfahren, dass TSMC im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 73,67 Milliarden US-Dollar einen Netto-Gewinn von 32,32 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete. Das ist in etwa so viel wie bei BASF, Siemens, Eon, Audi, Bayer, Telekom, Porsche, Bosch, Continental und SAP wowie die Post zusammen. Und das zeigt, wie sehr die deutsche Wirtschaft noch in alten Geschäftsbereichen steckt, aber dennoch scheint mir fragwürdig, erfolgreiche Unternehmen wie TSMC und Intel mit fünf respektive zehn Milliarden Euro zu subventionieren – nicht einmal, wenn Ursula von der Leyen es Investition nennt:

Vielen Dank @MPKretschmer für das heutige Telefonat. Mein herzlicher Glückwunsch an Sachsen und Ost🇩🇪 zu #ESMC! Die Serie massiver Investitionsentscheidungen in kurzer Zeit in 🇪🇺 zeigt, dass der #EUChipsAct wirkt. Gemeinsam stärken wir Europas technologische Unabhängigkeit und schaffen Jobs mit Zukunft.
[ Ursula von der Leyen, @vonderleyen ]

Wahrscheinlich war der Tippfehler im Kommentar der Präsidentin der EU-Kommission auch freudiger Erregung über ihren European Chips Act geschuldet.