Hightech und Blech

VW-Sparhammer

Fucking Friday für VW. Der Volkswagen-Konzern steckt in einer der schwersten Krisen seiner Geschichte und hat ein massives Sparprogramm eingeleitet, das den gesamten Konzern umkrempelt. Auslöser sind ein schwieriges Marktumfeld in China, US-Zölle und hoher Wettbewerbsdruck. Hinzu kommen sehr hohe Ausgaben für Software und die parallele Entwicklung von zwei Antriebsarten. Noch immer herrscht Flaute in China, dem inzwischen wichtigsten Automarkt der Welt, wo heimische Marken vor allem den deutschen Anbietern davonfahren.

Der Volkswagen-Konzern will seine Kosten bis 2028 um 20 Prozent reduzieren – das Einsparvolumen beläuft sich auf rund 60 Milliarden Euro. In Deutschland sollen zwischen 2025 und 2030 insgesamt 35.000 Stellen wegfallen. Der Abbau wird schrittweise über sechs Jahre erfolgen. Nach harten Tarifverhandlungen und großen Protesten vor dem Hauptwerk in Wolfsburg kam Ende 2024 eine Einigung: Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen sind durch eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft ausgeschlossen. Allerdings werden Boni und Prämien gekürzt, und das Jahreseinkommen von rund 4.000 Managern sinkt in 2025 und 2026 um 10 Prozent.

VW stellt seine Produktionsstruktur um und teilt die Werke in fünf neue Regionen auf – drei in Europa und zwei in Nord- und Südamerika – um die markenübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern und Kosten zu senken. Die Produktion des Golf oder Golf-Variant wird ab 2027 nach Mexiko verlagert. Die nach wie vor erratische US-Zollpolitik frisst ohnehin schon praktisch täglich Marge – der Konzern bleibt also unter massivem Druck, auch wenn die schlimmsten Szenarien wie flächendeckende Entlassungen vorerst abgewendet wurden.