#Twittwoch im Netz. W Social ist ein sehr junges Projekt, das als europäische, datenschutzfreundliche und identifizierte Alternative zu X/Twitter positioniert wird, aber noch völlig im Aufbau ist und seinen Praxistest erst bestehen muss. Sein möglicher Erfolg hängt weniger von der Technik als von Netzwerk-Effekten, Content-Politik und Finanzierung über mehrere Jahre hinweg ab.
Als bessere Version von Twitter soll Anna Zeiter, die elf Jahre lang als Chief Privacy Officer bei Ebay mit weltweiter Verantwortung für den Datenschutz betraut war, W Social als eigenständige Plattform aufbauen. Die Plattform setzt auf verpflichtende Identifizierung der Nutzer, um Fake-Accounts und Bots zu reduzieren; alle Daten sollen dezentral in Europa unter EU-Datenschutzrecht gehostet werden.
Wenn das politische Brüssel auf W postet statt auf X, haben wir schon viel gewonnen. Und mit EuroStack holen wir die Techwelt.
[ Anna Zeiter, Zürich, bilanz.ch ]
Das W steht einerseits für ein gemeinschaftliches We und andererseits für die klassischen, journalistischen W-Fragen (wer, was, wann, wieso, weshalb, warum). Eine Beta-Version ist für Februar 2026 angekündigt, ein breiter öffentlicher Start für Ende 2026. Inhaltlich sollen Filterblasen zum Platzen gebracht werden, indem optional Beiträge aus anderen Meinungsblasen angezeigt werden.
Im Advisory Board sitzen laut Bilanz.ch der deutsche Ex-Vizekanzler und Wahlschweizer Philipp Rösler, Sandrine Dixson-Declève, Chair des Club of Rome, Cristina Caffara, Chair von EuroStack, der Vereinigung der 300 wichtigsten Tech-CEO, sowie zwei ehemalige schwedische Minister.