Down the Drain. Wikipedia ist mit 25 Jahren zum Symbol für den Übergang vom gedruckten zum digitalen Wissen geworden und steht damit in direktem Kontrast zur Entwicklung von Brockhaus, Encyclopaedia Britannica und den gedruckten Zeitungen in Deutschland und Europa. Alle drei Bereiche zeigen, wie das Netz kostenlose oder günstige, ständig aktualisierte Angebote stärkt und klassische, kostenintensive Printmodelle unter Druck setzt.
Wikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten, zu denen du sehr gern beitragen kannst. Seit März 2001 sind 3.088.098 Artikel in deutscher Sprache entstanden.
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Wikipedia wurde am 15. Januar 2001 gegründet und umfasst heute Millionen von Artikeln, die kollaborativ und kostenlos online zugänglich sind. Dieses Modell eines frei verfügbaren, ständig aktualisierbaren Nachschlagewerks prägt auch die Erwartung, dass Grundinformationen im Netz kostenlos sein sollen.
Die Brockhaus-Enzyklopädie stellte in den 2010er‑Jahren den Vertrieb gedruckter Ausgaben ein; neue Auflagen erscheinen nur noch digital oder gebraucht im Handel. Bereits 2008 kündigte Brockhaus an, seine Inhalte online zugänglich zu machen, unter anderem werbefinanziert, weil gedruckte Reihen sich gegen kostenlose Online-Angebote nicht mehr rechneten.
Encyclopaedia Britannica beendete 2012 die gedruckte Gesamtausgabe und setzte vollständig auf digitale Angebote, da das traditionelle Printmodell gegenüber frei zugänglichen Online-Ressourcen als nicht mehr tragfähig galt. Statt jedoch nur ein Online-Lexikon zu sein, entwickelte Britannica ein breiteres, teilweise KI-gestütztes Bildungsangebot, um neue Erlösquellen jenseits der reinen Enzyklopädie zu erschließen.
Die Nutzung von E‑Paper und Online-Nachrichtenportalen nimmt seit den 2000er‑Jahren stark zu. Auch in Europa, etwa in Deutschland und Italien, sind die verkauften Zeitungsexemplare seit den 1990er‑Jahren teils um mehr als die Hälfte zurückgegangen, während die Zahl der Titel schrumpft. Lexika und Zeitungen leiden gleichermaßen darunter, dass digitale, oft kostenlose Alternativen – von Wikipedia bis Newsportalen – das Publikum an eine jederzeit verfügbare, schnell aktualisierte Informationsversorgung gewöhnten.
Während Wikipedia als nichtkommerzielles, freiwillig getragenes Projekt wächst, mussten Brockhaus, Britannica und viele Zeitungsverlage ihre Geschäftsmodelle radikal umbauen oder Titel einstellen, um im digitalen Umfeld überleben zu können.