Hightech und Blech

AirPods mit Kamera

AirPods bekommen Kamera für Siri AI

Hardware-Dienstag. Apple soll die nächste AirPods-Generation mit winzigen Infrarotkameras ausstatten. So berichten es Bloomberg-Journalist Mark Gurman und Analyst Ming-Chi Kuo übereinstimmend. Zwei Varianten seien in Entwicklung, intern B798 und B790 genannt. B790 könne bereits Ende 2026 erscheinen, die ausgereiftere B798 folge 2027. Die Sensoren säßen im Stiel, eine LED leuchte auf, sobald Bilddaten in die Cloud wanderten.

Wichtig ist der Zweck. Diese Kamera fotografiert nicht. Sie liefert Siri ein Bild der Umgebung, damit Apple Intelligence erkennt, was der Träger sieht. Ein Blick in den Kühlschrank, ein Rezept als Antwort. Das Ohr wird zum Sensor, unsichtbar, ohne erkennbares Objektiv.

Meta geht den umgekehrten Weg. Die Ray-Ban Display kostet 799 Dollar und trägt eine echte 12-Megapixel-Kamera samt Sucher im Glas. Die günstigere Ray-Ban Meta der zweiten Generation filmt in 3K. Hier entsteht teilbares Material, Fotos, Videos, Livestreams. Die Kamera sitzt dort, wohin der Blick fällt.

Damit trennen sich zwei Philosophien. Metas Brille ist eine soziale Kamera und erbt deren Probleme. Harvard-Studenten koppelten sie mit der Gesichtssuche PimEyes und identifizierten Passanten in Echtzeit. Meta liefert inzwischen Gesichtserkennungscode aus und sperrt die Kamera, wenn jemand die Aufnahme-LED manipuliert. Apples Ohrkamera erzeugt keine teilbaren Bilder, doch sie ist noch schwerer zu bemerken.

< tl;dr />
Beide Konzerne verfolgen dasselbe Ziel. Sie geben ihrer KI Augen und verlagern das Rechnen vom Bildschirm in den Alltag. Der Körper wird zur Plattform, das Umfeld zum Datenstrom. Als möglicher Bremsklotz gelten teure Speicherchips, dieselbe Knappheit, die schon Smartphones und Rechenzentren verteuert. Meta setzt die Kamera dorthin, wo man hinsieht. Apple setzt sie dorthin, wo niemand sie sucht.