Hightech und Blech

App-Stores als Rummelplatz

Google Play muss alternative App Stores zulassen und verdient trotzdem mit

Download am Donnerstag. Seit gestern (22.7) lässt sich im amerikanischen Google Play etwas herunterladen, was dort seit jeher nicht vorgesehen war – ein konkurrierender App-Store. Der Preis für die Öffnung steht im Kleingedruckten.

Am 22. Juli 2026 hat Google in den USA das Play Catalog Access Program scharf geschaltet. Fremde App-Stores erscheinen jetzt im Play Store selbst und lassen sich per Fingertipp installieren, ohne den Umweg über Sideloading. Zugleich stehen Googles eigene App- und Spiele-Listings diesen Stores automatisch zur Verfügung, sofern Entwickler nicht aktiv widersprechen.

Freiwillig ist daran nichts. Der Weg führt über Epic Games vs. Google und das Jury-Urteil aus dem Dezember 2023 inklusive einer permanenten Verfügung von Richter James Donato ein knappes juristisches Jahr später im Oktober 2024. Google und Epic hatten versucht, diese Verfügung nachträglich abzumildern, und zogen ihren gemeinsamen Antrag Mitte Juli zurück, nachdem absehbar war, dass das Gericht nicht mitspielen würde.

Wer jedoch nun seinen eigenen Store im Play Store betreiben will, zahlt 5.000 US-Dollar für das Onboarding und weitere 5.000 US-Dollar jährlich für Sicherheits- und Richtlinienprüfungen, und darf ausschließlich US-Nutzer adressieren und muss die Malware-Quote unter einem Prozent der Installationsversuche halten. Der eigentliche Download läuft weiterhin über Google Play, und Googles Service-Gebühr greift auch bei Apps, die über einen Wettbewerber verkauft wurden.

In der EU nimmt der Digital Markets Act vorweg, was zwischen Google und Epic in sechs langen Jahren vor Gericht verhandelt wurde und dann per Monopolfeststellung des Richters James Donato erzwungen wurde. In Europa führt ein anderer Rechtsweg zum verblüffend ähnlichen Ergebnis. So hat Apple zum 1. Januar 2026 seine EU-Konditionen konsolidiert und die berüchtigte Core Technology Fee durch eine Core Technology Commission ersetzt. Apple nimmt fünf Prozent auf Umsätze mit digitalen Gütern – fällig über sämtliche Vertriebswege hinweg, App Store, Web Distribution und alternative Marktplätze gleichermaßen. Wer Apples Laden verlässt, bezahlt Apple trotzdem.

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Regulierung, die nur den Weg vorschreibt und nicht den Preis, wird zum Geschäftsmodell für den Regulierten. Denn die Plattformen öffnen sich exakt so weit, wie es die Verfügung verlangt, und verwandeln die Öffnung in eine neue Gebührenposition. So wird das nichts und vorbei ist es auch noch nicht. In den USA ist Apple gegen Epic zwar bisher glimpflicher davongekommen als Google. Aber auch Apple ist verpflichtet, externe Zahlungslinks zuzulassen. Dagegen zieht Apple weiter vor den Supreme Court, der die Sache Ende 2026 oder Anfang 2027 verhandeln dürfte.