Hightech und Blech

Ausgeampelt

AfD-Wähler sehen weder sich selbst noch die Partei an als rechtsextrem oder rechtsextremistisch

Sonntagsfrage. Die CDU gewinnt zum ersten Mal seit 1987 – also seit fast 40 Jahren – die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, obwohl Spitzenkandidat Gordon Schnieder wenig bekannt war. Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung, insbesondere der schwarz-roten Koalition, schadete beiden Regierungsparteien. Die AfD profitierte von der Unzufriedenheit und gewann viele ehemalige Nichtwähler, während die Grünen leichte Verluste verzeichneten und die FDP deutlich scheiterte.

Drei Viertel der Wahlberechtigten sind unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. Neun von zehn Befragten sagen, sie müsse klarer und schneller Entscheidungen treffen – etwa für die Wirtschaft oder eine Reform der Sozialsysteme. Und immerhin noch 84 Prozent sagen, Union und SPD müssen ihre Parteiinteressen zurückstellen und stärker auf die Sache schauen. Alarmierend für beide Regierungsparteien dabei: Ihre eigenen Anhänger sehen das teils noch kritischer als die der Opposition.
[ tagesschau.de ]

Und so ist diese Landtagswahl geprägt von großer Unzufriedenheit mit der Koalition im Bund und den Wahlerfolgen der AfD, die viele frühere Nichtwähler mobilisiert. Viele Arbeiter wählen inzwischen lieber AfD statt SPD und sehen sich selbst und die AfD als Partei nicht als rechtsextrem. Die FDP hingegen gilt vielen als dauerhaft überflüssig.

Die Abstimmung in Rheinland-Pfalz war die zweite Landtagswahl in diesem Superwahljahr. Den Auftakt machte Baden-Württemberg vor zwei Wochen. Die nächste reguläre Landtagswahl findet dann am 6. September in Sachsen-Anhalt statt. In Mecklenburg-Vorpommer und Berlin sind die Menschen dann am 20. September zur Wahl aufgerufen.