Elon Musk und seine galaktische Währungsreserve in Bitcoin
Moneten am Montag. Elon Musk hat uns durch den S-1-Prospekt seines neuesten Börsengangspektakels für Space-X verraten, was viele schon ahnten. Space-X hält nämlich genau 18.712 Bitcoin im Wert von rund 1,45 Milliarden Dollar. Gut, dass wir das jetzt alle wissen. Mehr als Tesla. Mehr als fast jeder andere Konzern auf dem Planeten. Und vermutlich mehr als Vernunft in der gesamten Kommunikationsstrategie des Mannes.
Denn während normale Unternehmen ihr Kapital in so altmodischen Dingen wie Forschung, Mitarbeiterlöhnen oder – römischer Kriegs-Gott bewahre – Dividenden anlegen, sitzt der selbsternannte Retter der Menschheit auf einem digitalen Bitcoin-Berg und wartet auf den Moment, in dem er damit zum Mars fliegen kann. Seinem Mars. Dem einzigen Ort, an dem Elon Musk vermutlich endlich ungestört Entscheidungen treffen kann, ohne dass irgendein Regulierer, Journalist oder Aktionär unbequeme Fragen stellt.
Irgendwann in der Zukunf lehnt Musk entspannt in seiner Raumkapsel, Erdatmosphäre längst hinter sich gelassen, und zückt – metaphorisch, versteht sich – sein Krypto-Wallet. Destination: Mars-Basis Alpha, wo vermutlich bereits ein Barista in der Schwerelosigkeit einen Doppelten Ristretto aus dem Siebträger quetscht. Und dazu ein San Pellegrino. Denn wer 18.000 Bitcoin besitzt, trinkt kein Leitungswasser. Nicht mal auf dem Mars.
Die Bezahlung erfolgt selbstverständlich in Bitcoin. Weil der Mars noch keine Kartenzahlung akzeptiert und Musk X Payments gerade erst auf der Erde ausrollt. Der Barista nickt höflich, bestätigt die Transaktion in der Blockchain – Netzwerkgebühr: 40 Dollar, wie gehabt – und reicht das Glas hinüber. Prickelnd. Wie Musks Verhältnis zur Realität.
Zurück auf der Erde indes freuen sich Millionen künftiger SPCX-Aktionäre darüber, dass sie mit dem Kauf eines SpaceX-Papiers nun indirekt in Bitcoin investiert sind. Eine Formulierung, die so klingt, als hätte sie die Marketingabteilung direkt aus einem Krypto-Telegram-Kanal kopiert. Herzlichen Glückwunsch: Sie haben jetzt Anteile an einer Rakete, die von einem Mann gesteuert wird, der gleichzeitig ein soziales Netzwerk ruiniert, eine Autofirma leitet, eine KI baut und nebenbei die US-Regierung berät. Was soll da schon schiefgehen?
Das San Pellegrino zum Doppio ist bei allem Spott das treffendste Symbol für das gesamte Musk-Universum: teuer, sprudelnd, mit viel Luft drin – und am Ende zahlt irgendjemand anderes die Rechnung. Salute, Elon. Auf den Mars. Auf den Kurs. Kursflug zum Mars.