#twittwoch im Netz der Netze. Die Algorithmen von Meta (Instagram, Whatsapp), Google (YouTube) und ByteDance (Tiktok) bestimmen, was wir sehen. Die SPD will das ändern – sofern Du nicht älter als 16 Jahre bist. Die SPD fordert ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren und strengere Regeln gegen algorithmisch erzeugte Dauerberieselung. Der Vorstoß trifft einen Nerv.
Seit Jahren warnen Psycholog:innen vor überreizten Jugendlichen, Suchtgefahren und sinkender Konzentrationsfähigkeit. Doch zwischen politischem Anspruch und technischer Realität klafft eine breite Lücke. Ein Altersverbot ließe sich theoretisch leicht formulieren, praktisch aber kaum lückenlos umsetzen. Altersprüfungen bei der Registrierung sind schon heute ein juristisches Minenfeld: Gesichtserkennung und Ausweis-Checks greifen tief in den Datenschutz ein, Selbstauskünfte sind wertlos.
Die Regulierung der algorithmischen Dauerberieselung klingt modern, ist aber schwer zu definieren. Was genau soll verboten werden – endlose Feeds, Autoplay-Funktionen, personalisierte Empfehlungen? Jede Plattform arbeitet anders. Eine technische Verpflichtung zu Design für digitale Mündigkeit wäre denkbar: Zeitlimits, Abschaltmöglichkeiten, transparente Empfehlungssysteme. Doch das erfordert Technologiekompetenz in den Behörden, die bisher fehlt.
Letztlich steht die Idee für ein wachsendes Unbehagen: Kinder sollen geschützt werden, ohne das Netz zur Überwachungszone zu machen. Der SPD-Vorschlag setzt wichtige Akzente in der Debatte, verrät aber mehr politischen Gestaltungswillen als technische Realisierbarkeit. Nachhaltiger wäre es, die Plattformen stärker in die Pflicht zu nehmen, ihre Produkte kindgerecht zu gestalten.