
Down the Drain. Mac Mini und Mac Studio leiden unter massiven Lieferverzögerungen. Speicher ist knapp. Für Konfigurationen mit höherem Arbeitsspeicher zeigt Apples Online-Store Wartezeiten von bis zu fünf Monaten. Die Ursache liegt in einer globalen Speicherchip-Knappheit, die durch die explodierende Nachfrage nach KI-Infrastruktur befeuert wird. Marktdaten belegen das Ausmaß. So schloss Samsung Lieferverträge für das zweite Quartal 2026 mit einem DRAM-Preisaufschlag von 30 Prozent ab, nachdem die Preise im ersten Quartal bereits um 100 Prozent gestiegen waren.
Besonders drastisch trifft es den Mac Studio. Eine Konfiguration mit M3 Ultra und 256 GB RAM ist frühestens im August oder September lieferbar. Apple hat die 512-GB-Option bereits aus dem Sortiment gestrichen. Das Maximum liegt nun bei 256 Gigabyte – zum deutlich höheren Preis. Aber auch günstigere Varianten sind betroffen. Das Mac-Mini-Basismodell mit M4 und 16 GB RAM verzögert sich um rund einen Monat. Branchenexperten erwarten, dass sich der RAM-Engpass bis Ende 2027 hinziehen könnte – Apple-Kunden müssen sich also noch lange gedulden.
Auf der anderen Seite wird MacBook Neo ein Opfer des eigenen Erfolges. Das MacBook Neo entwickelt sich nämlich zu einem durchschlagenden Verkaufserfolg – doch genau das wird Apple zum Problem. weil der Vorrat an den genutzten A18-Pro-Chips zuneige geht. Apple setzt im Neo sogenannte gebinnte A18-Pro-Chips ein. Das ist Ausschussware aus der iPhone-16-Pro-Produktion, bei der ein GPU-Kern deaktiviert wurde. Da diese Chips ohnehin entsorgt worden wären, waren sie für Apple praktisch kostenlos und die Grundlage für den attraktiven Einstiegspreis.
Ursprünglich plante Apple rund sechs Millionen MacBook Neos zu produzieren, doch die Nachfrage übersteigt diese Menge deutlich. Da die A18-Pro-Fertigung inzwischen eingestellt wurde, wäre eine Wiederaufnahme bei TSMC teuer – der entsprechende 3-nm-Prozess (N3E) ist nahezu ausgebucht. Apple erwägt daher mehrere Optionen: Entweder werden die Produktionskosten absorbiert und die Marge sinkt, oder das günstigste 256-GB-Modell wird aus dem Sortiment genommen. Als dritter Weg könnte Apple die zweite MacBook-Neo-Generation mit A19-Pro-Chip – ursprünglich für Mitte 2027 geplant – früher als erwartet auf den Markt bringen.

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