
Sonntagsfrage: Wird das Eis schmelzen? In der NATO gab es schon Spannungen zwischen verbündeten Nationen. So stritten und streiten sich Griechenland und die Türkei in der Ägäis um Inseln vor der türkischen Küste. Aber die Krise, die Donald Trumps Bestreben, Grönland zu erwerben, auslöst, ist beispiellos. Entlang anderer Konflikte – Iran und Israel, Russland und Ukraine sowie seinem Coup in Venezuela – bringt das unverzichtbare Mitglied der NATO anderen Mitglieder auf.
Und dann sind da noch die Proteste in den USA gegen eine weitestgehend straffrei operierende ICE, Angriffe von Trump auf die Unabhängigkeit der Federal Reserve und die anhaltenden Haushaltsdefizite. Das sollte normalerweise alle Kreditgeber erschrecken. Trump spielt mit Feuer und Eis und der nächsten Krise. Wer solche Verbündete hat, braucht keine Feinde.
Wegen des Streits um Grönland hat US-Präsident Trump Strafzölle gegen insgesamt acht europäische Länder angekündigt – unter ihnen auch Deutschland. Die Aufschläge von zehn Prozent sollen ab dem 1. Februar gelten, und zwar für Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland. Diese hatten Soldatinnen und Soldaten nach Grönland geschickt, um sich vor Ort zu informieren.
Auf der anderen Seite ist in der amerikanischen Geschichte der Kauf von Gebieten nicht beispiellos. Wichtig war der Erwerb von Lousiana (1803) und der Zukauf von Alaska (1867). Die USA feiern am 4. Juli 2026 den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeitserklärung von 1776. Für dieses Datum braucht Donald Trump die Erzählung eines Erfolges.

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