Seybold SF Durch Quarks öffentliche Ankündigung, Adobe aufkaufen zu wollen, erhielt Steve Jobs Keynote in San Francisco eine besondere Würze: Die Veranstaltung war naturgemäß bereits Wochen vorher geplant, und während dieser Planung hatte man sich bei Apple entschlossen, hochkarätige Vertreter der drei großen Firmen Adobe, Macromedia und Quark einzuladen, ein Hohelied auf Apples neuen Kurs zu singen. Alle drei Firmen sagten zu, so daß nun hinter der Bühne zwei Vertreter der verständlicherweise nicht gerade befreundeten Unternehmen gemeinsam auf ihren Auftritt warteten; zeitgleich wurde im Zuschauerraum noch darüber gerätselt, ob Apple sich zu einem Seitenhieb auf einen der beiden Kontrahenten hinreißen lassen würde. Während der dritte Gastredner, Macromedia- Chef Rob Burgess, den Zuschauern gestand, eigentlich ungern vor großen Menschenmengen zu stehen, sich dort aber momentan weit wohler fühle als "hinten, zwischen den beiden anderen", gab Jobs die Antwort dadurch, daß er Adobe eine großen Teil seiner Keynote für die Präsentation von K2, dem Quark Killer, überließ { siehe oben }. Daß eine derart hochkarätige Präsentation in der Luft lag, war schon durch das Erscheinen der beiden Adobe- Bosse Geschke und Warnock auf der Keynote zu erwarten. Nur Tim Gill, CTO bei Quark, schien das offensichtlich abgekarterte Spiel nicht durchschaut zu haben. Nachdem er Apple in seiner Präsentation die Treue versichert und in das allgemeine Loblied eingestimmt hatte, betrat der K2- Präsentator die Bühne. Laut Berichten anderer VIPs soll der Quark CTO unmittelbar nach Beginn der Adobe- Präsentation mit den wütenden "F-piep"- Worten auf den Lippen den Saal verlassen haben. Zusätzliche Brisanz erhält die Posse durch das Gerücht, daß Jobs seinem alten Freund Warnock zur Abwehr einer feindlichen Übernahme durch Quark finanzielle Hilfe aus der 2- Milliarden- Dollar- Kriegskasse von Apple angeboten haben soll.
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