
Showdown bei Tesla. Durch das Imperium von Elon Musk geht eine Schockwelle: Tesla verkauft kaum noch Autos. Model S und Model X werden eingestellt. Stattdessen soll Tesla Roboter bauen für X.ai und auch Space-X soll in X.ai integriert werden. Welche Strategie mag hinter diesen unternehmerischen Entscheidungen stehen?
Tesla verabschiedet sich von der klassischen Auto-Story und versucht, sich als Hochrisiko-Techkonglomerat für Physical AI neu zu erfinden – zulasten von Industriearbeitsplätzen, Transparenz und Minderheitsaktionären, schreibt businessinsider.com, der kaum für kritisch linke Ansichten bekannt ist.
Model S und Model X machen nur noch rund 3 Prozent der weltweiten Auslieferungen aus. Die Kategorie Other models brach 2025 um etwa 40 Prozent ein, deutlich stärker als Model 3 und Y. Die beiden Flaggschiffe sind alt, komplex in der Produktion und betriebswirtschaftlich kaum noch zu rechtfertigen, wenn Fabrikkapazität knapp und Kapital teuer ist. Tesla plant daher rund 20 Milliarden Dollar Investitionen, vor allem in KI-Infrastruktur, Robotaxis und den humanoiden Roboter Optimus – nicht in neue Volumenmodelle. So soll die bisherige Fertigungslinie von S und X direkt auf die Produktion von Optimus-Robotern umgestellt werden.
Musk bezeichnet Tesla offen als Tech- und KI-Unternehmen. Analysten verorten 75 bis 90 Prozent des langfristigen Unternehmenswerts inzwischen in Robotaxis und Robotik, nur noch einen einstelligen Prozentsatz in klassischen Autoverkäufen. Der Fokus liegt auf drei Säulen: autonome Robotaxis, der humanoide Roboter Optimus und KI-Software, die über xAI und die Plattform X inklusive Grok in verschiedene Hardware integriert werden soll.
Tesla investiert 2 Milliarden Dollar in xAI und prüft potenzielle KI-Kooperationen – also eine enge Verzahnung von Teslas Daten, Fahrzeugflotte und Energieprodukten mit den KI-Modellen von xAI.
Die Strategie setzt auf Netzwerkeffekte durch Millionen Fahrzeuge als Sensoren, Roboter in Fabriken, dazu KI-Modelle und Social-Media-Daten aus X, alles unter der Kontrolle einer Person. Diskutiert werden mögliche Fusionen von SpaceX–Tesla oder SpaceX–xAI, um etwa Tesla-Batterien mit der Energieinfrastruktur im All zu kombinieren oder KI-Rechenzentren per Starlink in den Orbit zu bringen.
Kritisch betrachtet wächst hier ein intransparentes Industriekonglomerat, in dem Cashflows, Risiken und geistiges Eigentum zwischen nicht börsennotierten und börsennotierten Firmen verschoben werden können – zu Lasten derjenigen Anleger, die nur an Tesla beteiligt sind. Musk ersetzt ein ausgereiftes, wenn auch stagnierendes Produktgeschäft mit Premium-Fahrzeugen durch Projekte mit enormer technischer, regulatorischer und gesellschaftlicher Unsicherheit wie vollautonome Robotaxis und humanoide Roboter im Massenmaßstab.
Die Vision einer Million Optimus-Roboter pro Jahr bleibt bislang eine Ankündigung ohne erprobten Markt. Robotaxis sind weltweit wegen Regulierung und Sicherheitsfragen umstritten und vielerorts weit von der breiten Zulassung entfernt. Die massiv steigenden Investitionen erhöhen den Kapitalbedarf. Sollten Erträge aus KI und Robotik ausbleiben, trägt am Ende vor allem der Tesla-Aktionär das Finanzierungsrisiko dieser Imperiumswette, warnt finance.yahoo.

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