Macs, Maxon, Movies Das deutsche Unternehmen MAXON stellt 3D-Software her. Mit Hits wie Spider Man, Ritter aus Leidenschaft und Star Wars Episode II profiliert sich MAXON vor allem in Hollywood. Macs spielen ebenfalls eine wichtige Rolle
MACup: Mit Maya 4.5 und Carrara 2.0 gibt es mittlerweile starke Konkurrenz zu CINEMA 4D. Besonders Maya scheint den Verkäufen von CINEMA zu schaden. Wo muss MAXON noch nachlegen?
MAXON: Dies muss man differenziert betrachten. Maya ist eine extrem spezialisierte Applikation, die einen enormen Preisrutsch zu verkraften hat. Das gesamte Software-Design ist zugeschnitten auf Anwender, die den ganzen Tag nichts anderes tun als filmreife Highend-Animation zu erzeugen. Dafür ist Maya ein hervorragendes Tool. Allerdings ist die Bedienung entsprechend komplex. Die meisten Grafiker nutzen 3D-Grafik eher ergänzend. Daher ist eine leichte Bedienung bei professionellen Ergebnissen notwendig. Im täglichen Workflow eines Grafikers, bei dem Effektivität, Stabilität und Geschwindigkeit eine wichtige Rolle spielen, ist CINEMA 4D in seinen verschiedenen Ausbaustufen daher die beste Wahl. Es wächst mit dem Anwender. Carrara hingegen ist eher am anderen Ende der Skala angesiedelt, es ist ein ambitioniertes Hobbyprogramm.
MACup: Während die IT-Branche derzeit in einer Krise steckt, tobt in Ihrem Markt ein Preiskampf. Wann wird das untere Ende erreicht? Wird es bald Light-Versionen von CINEMA geben?
MAXON: Es gibt 3D-Software im Preisbereich von Freeware bis hin zum Preis eines Oberklasse-Pkws. Die Qualität hat sich im unteren bis mittlerem Preissegment in den vergangenen Jahren stark gesteigert. Applikationen des Preisbereichs von 500 bis 3000 Euro haben den teuren Playern im Markt arg zugesetzt, was man auch am Preisverfall von Maya sehen kann. Dies hat jedoch auch Folgen. Viele Kunden hochpreisiger Software befürchten, dass der Qualitätsstandard, den Maya in den vergangenen Jahren gesetzt hat, zum aktuellen Preis nicht mehr haltbar sein wird. Es wird auch in Zukunft Märkte für 3D-Software nahezu sämtlicher Preisbereiche geben, allein schon begründet durch die unterschiedlichen Ansprüche der User. Jedoch wird es keine Light-Version von CINEMA 4D geben. Der Einstieg in den professionellen 3D-Bereich kostet 699 Euro.
MACup: Wie wichtig ist die Mac-Plattform?
MAXON: Der Mac-User befasst sich mit anderen 3D-Aufgaben als der typische Windows-Anwender. Der Mac-Kunde hat meist einen anderen Hintergrund. Insofern wird es, solange der Mac im professionellen Grafikbereich eine Rolle spielt, auch genügend Raum für 3D-Applikationen unterschiedlicher Ausrichtung bieten.
MACup: Wie eng arbeitet MAXON mit der Industrie zusammen? Wie gut ist die Unterstützung von Apple und von der Filmindustrie?
MAXON: Wir arbeiten sehr eng mit der Filmindustrie zusammen. Mitarbeiter aller wichtigen Studios wie ILM sind Betatester für neue Versionen. Mit regelmäßigen Meetings vor Ort wird mit den Künstlern und Animatoren immer wieder geprüft, welche neuen Funktionen benötigt werden. Auf Entwicklungsebene besteht natürlich auch eine enge Zusammenarbeit mit Hardware-Herstellern wie Apple.
MACup: Welche Rolle spielen die Windows- und Unix-Plattformen für MAXONs Produkte?
MAXON: Windows spielt sicherlich eine große Rolle, global gesehen ist die Verteilung zwischen Windows und Mac etwa 50:50, mit leichter Tendenz zum Windows-Lager. Dies liegt sicherlich darin begründet, dass die schnelleren Prozessoren eindeutig im x86-Lager zu finden sind. Da hilft auch leider Apples Doppelprozessor-Strategie wenig. Hier muss einfach dringend nachgelegt werden. Unix spielt, bis auf Mac OS X, für uns keine Rolle. IRIX oder Solaris krankt an der für unsere Zwecke unglücklichen Hardware und mangelnder Verbreitung. Und solange Linux-Anwender überwiegend kostenlose Software erwarten, ist auch dieser Markt finanziell uninteressant.
MACup: Wo findet die Entwicklung der Software statt und wie steht es finanziell um MAXON?
MAXON: Die Software wird in Deutschland entwickelt. Zum finanziellen Thema sei gesagt: Die Konkurrenz senkt die Preise, schließt Niederlassungen und entlässt Leute in den Hauptbüros, MAXON steigert die Umsätze, eröffnet neue Büros und hält die Preise stabil – kurz gesagt: Es geht MAXON gut. Was natürlich nicht bedeutet, dass wir beliebig Geld in die Landschaft streuen. Die Strategie, nicht überall groß auf die Pauke zu hauen, zahlt sich langfristig gesehen einfach aus.
MACup: Verraten Sie uns doch die aktuellen Filme, in denen CINEMA verwendet wurde?
MAXON: Dass CINEMA 4D in über 60 Szenen von Star Wars Episode II verwendet wurde, hat sich inzwischen in den einschlägigen Foren herumgesprochen. Ansonsten sind die Opening Titles von Spider Man CINEMA 4D zu verdanken. In "Ritter aus Leidenschaft" gab es ebenfalls viele Szenen, die mithilfe unserer Software entstanden sind. Und dann sind da noch viele weitere Projekte, bei denen uns allerdings recht schnell Anwälte im Nacken sitzen würden, wenn wir darüber plaudern … Autor: mst
Weiterführende Informationen
www.maxon.de

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