
Hardware-Dienstag. Fünfzehn Jahre nach dem Tod von Steve Jobs hat John Ternus erstmals als Apple-Chef an den Gründer erinnert. Auf X schrieb er, Jobs habe Apple gelehrt, sich um jedes Detail, jede Erfahrung und jeden Menschen zu kümmern. Das leite die Arbeit bis heute. Tim Cook, inzwischen Executive Chairman, veröffentlichte zeitgleich eine eigene Würdigung.
The way Steve taught us to care about every detail, every experience, every person, still guides our work today. Forever grateful.
[ @johnternus ]
Ternus führt Apple erst seit dem 1. September. Ob er in die Fußstapfen von Jobs passt, lässt sich deshalb vorerst nur an seiner Bilanz als Hardwarechef messen. Und die fällt gemischt aus.
Auf der Habenseite steht das iPad. Ternus verantwortete die Hardwareentwicklung jedes Modells seit dem ersten Gerät. Er soll zudem Craig Federighi überzeugt haben, dem Tablet mit iPadOS ein eigenes Betriebssystem zu geben. Dazu kommen die ersten AirPods, das iPhone 12 als erstes 5G-iPhone und vor allem der Wechsel des Mac von Intel zu Apple Silicon. Mit dem M1 lieferte Apple ab 2020 endlich Notebooks, die leise, kühl und ausdauernd zugleich sind.
Auf der Sollseite steht ein Mac-Jahrzehnt, das viele Nutzer:innen lieber vergessen würden. Ab 2013 leitete Ternus als Vizepräsident die Mac-Hardware unter Dan Riccio. In diese Zeit fallen die anfällige Butterfly-Tastatur, die Touch Bar und MacBook Pros, die außer USB-C kaum Anschlüsse boten. Korrigiert wurde das erst 2019 und 2021. Laut Bloomberg habe Ternus zudem einen ausgeprägten Blick für Kostensenkung, der zu Konflikten mit dem Designteam geführt habe.
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Genau hier liegt der Maßstab. Die Detailliebe von Jobs war kein Selbstzweck. Sie war die Perspektive der Kund:innen, durchgesetzt gegen interne Widerstände und gegen die Kostenrechnung. Ternus hat bewiesen, dass er Fehler korrigieren und einen Plattformwechsel stemmen kann. Ob er auch Nein sagt, bevor ein Fehler das Werk in Cupertino verlässt, muss er als CEO erst zeigen.

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