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22 Minuten

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Dieselgate am Donnerstag. Nach einem Jahr #dieselgate ist im Prinzip gar nichts passiert. Jedenfalls nichts in Sachen sauberer Luft. Inzwischen beschwerte sich sogar das für Volkswagen wirtschafts-freundliche Ministerium von Verkehrsminister Alexander Dobrindt bei der EU-Kommission über Unregelmäßigkeiten in der Abgasnachbehandlung an Fahrzeugen des Herstellers Fiat-Chrysler-Automobiles (FCA).

Untersuchungen vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) erbringen den Nachweis des Einsatzes einer unzulässigen Abschalteinrichtung. Getestete Modelle vom Fiat 500x, Fiat Doblo Lieferwagen und Jeep Renegade schalten laut spiegel.de die Abgasreinigung nach 22 Minuten vollständig ab. Das könne die italienische Typgenehmigungsbehörde schlecht mit dem Motorschutz begründen, so die deutsche Argumentation.

Der offizielle Testzyklus dauert 20 Minuten. Nach 22 Minuten schaltet Fiat die Abgasreinigung ab. Danach steigen die Stickoxid-Werte an auf das neun-fache bis 15-fache des Grenzwerts. So dürfen Autobauer weiter bei Abgaswerten tricksen.

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Und in den USA:

Im Abgas-Skandal hat sich Volkswagen mit seinen Vertragshändlern in den USA geeinigt. Der Wolfsburger Autobauer stimmte Entschädigungszahlungen an die rund 650 US-Autohändler zu. Sie waren nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals mehrheitlich auf den Dieselautos sitzen geblieben. Um die Verluste auszugleichen, erklärte sich VW zu einer Zahlung von 1,2 Milliarden Dollar (knapp 1,1 Milliarden Euro) bereit. Das geht aus einem Vergleich hervor, der gestern bei einem Gericht in San Francisco eingereicht wurde. [ ndr.de ]

Zudem soll VW-Chef Winterkorn – zurückgetreten vor einem Jahr – die Manipulation gedeckt haben, denn laut tagesschau.de soll der damalige Vorstandschef von Volkswagen schon im Mai 2014 konkrete Hinweise auf die Manipulations-Software in den USA bekommen haben.

Nun, alle tricksen. Aber das macht es nicht besser, sondern schlimmer. In Deutschland sterben jährlich etwa 7000 Menschen an den Folgen schlechter Luft. Das sind doppelt so viele wie direkt durch stumpfe Gewalt im Verkehr getötet werden. Oder anders ausgedrückt: jede Stunde stirbt ein Mensch in Deutschland durch das Auto und den Bewegungsdrang der Bevölkerung. In der Zeit kann man auch drei Abgastests machen.

Hauptquelle der Stickstoffoxide ist der motorisierte Straßenverkehr. Rund 70 Prozent der direkten NO2-Emissionen des Straßenverkehrs stammen von Pkws, wobei Diesel-Pkws allein für 67 Prozent verantwortlich sind.
[ umweltbundesamt.de ]

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Eine Antwort auf 22 Minuten

  1. Matthias 12. Oktober 2016 bei 14:18 #

    Das Thema #dieselgate muss noch um eine Ebene ergänzt werden, nämlich und massgeblich um das Ego der Diesel-Fahrer:
    Chiptuning ist bei Turbodieseln weit verbreitet. Die meisten sind illegal getunt. Das kommt beim Rückruf der VW-Dieselautos nun raus, sagt Philipp Schreiber vom TÜV Süd unter http://j.mp/2dRhJHP

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