
Shopping am Samstag. Die globale Speicherchip-Knappheit trifft Apple mit voller Wucht – und die Auswirkungen spüren Verbraucher direkt im Geldbeutel. Denn Apple hat diese Woche still und leise das günstigste Modell seines beliebten Mac Mini aus dem Sortiment gestrichen. Die Basiskonfiguration mit 256 GB Speicher ist weltweit nicht mehr erhältlich. Der Mac Mini startet damit neu bei 512 GB Speicherkapazität – in Deutschland zu einem Einstiegspreis von 949 Euro. Vorher war das Gerät für rund 699 Euro zu haben. Ein Preissprung von 250 Euro, der nicht mit einem Hardware-Upgrade zu erklären ist, sondern mit einer globalen Marktverschiebung.
Der Grund für Apples Schritt ist eine strukturelle Krise auf dem Speichermarkt, die in der Branche bereits als RAMageddon bezeichnet wird. Die KI-Infrastruktur-Nachfrage wächst schneller als die Industrie neue Chips produzieren kann. DRAM-Preise für Server stiegen im ersten Quartal 2026 um bis zu 95 Prozent gegenüber dem Vorquartal – der stärkste Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen. Rechenzentren und KI-Unternehmen kaufen Speicher in einem Tempo auf, das für Konsumenten kaum noch Kapazitäten übrig lässt.
Auch der Mac Studio ist schwer betroffen: Einige Konfigurationen sind erst in sechs bis sieben Wochen lieferbar, und der Mac Mini ist im Apple Online Store zeitweise komplett als Derzeit nicht verfügbar gelistet.
Parallel dazu kämpft Apple beim iPhone mit ähnlichen Problemen. Tim Cook erklärte gegenüber Reuters, die Nachfrage nach dem iPhone 17 sei off the charts – also außergewöhnlich hoch – doch Lieferengpässe bei fortschrittlichen Prozessor-Chips hätten höhere Verkaufszahlen verhindert. Cook warnte zudem, dass die Speicherkosten im laufenden Quartal deutlich steigen werden – was weitere Preiserhöhungen oder Margendruck bei Apple-Produkten wahrscheinlich macht.
< tl;dr />
Die Lage auf dem Mac-Markt dürfte sich so bald nicht entspannen. Analysten gehen davon aus, dass die strukturelle Umverteilung von Speicherkapazitäten hin zu KI-Infrastruktur noch bis weit in das Jahr 2027 andauern wird. Für den Sommer 2026 zeichnen sich zwei gegenläufige Kräfte ab: Einerseits arbeitet Apple an M5- und M5-Pro-Versionen des Mac Mini sowie neuen Mac Studio-Modellen, die möglicherweise noch in diesem Jahr erscheinen und einen Leistungsschub bringen könnten. Andererseits bleibt unklar, ob die Speicherversorgung bis dahin stabil genug ist, um die Geräte zum Launch in ausreichender Stückzahl bereitzustellen. Wer in nächster Zeit einen Mac Mini kaufen möchte, sollte nicht zu lange warten – und mit einem höheren Preis rechnen, als er es noch vor einem Jahr getan hätte.

Noch keine Kommentare.