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Preise höher hängen

Apple hängt die Preise höher · Bild: Midjourney

Apple hängt die Preise höher

Mac-Montag. Drei Wochen, drei Preisrunden. Am 25. Juni verteuerte Apple Macs, iPads, HomePods und die Vision Pro. Am 15. Juli folgte AppleCare+. Am 17. Juli Apple Music. Die Begründungen wechseln, das Muster bleibt: Was der Konzern jahrzehntelang selbst absorbiert hat, wandert jetzt auf die Rechnung der Kundschaft.

Die Hardware-Welle

Die erste Runde traf die Geräte. Am 25. Juni hob Apple global die Preise für sämtliche Macs, iPads, Home-Geräte und die Vision Pro an, die Aufschläge reichten von 30 bis 1.300 Dollar. Das MacBook Neo stieg von 599 auf 699 Dollar, das 13-Zoll-MacBook-Air von 1.099 auf 1.299, der HomePod mini von 99 auf 129, das Apple TV von 129 auf 199 Dollar. Die Begründung lieferte Tim Cook selbst: eine Jahrhundertflut bei Speicherchips, wie er es gegenüber dem Wall Street Journal nannte. TrendForce beziffert den DRAM-Preisanstieg im ersten Quartal 2026 auf bis zu 98 Prozent, für das laufende Quartal seien weitere 58 bis 63 Prozent zu erwarten. Drei Wochen später zog Apple bei AppleCare+ nach: 50 Cent mehr im Monat für neue Mac- und iPad-Verträge, in Deutschland rund zehn Euro mehr für die Zwei-Jahres-Police. Die Börse quittierte die Hardware-Runde mit einem Kursverlust von 6,15 Prozent.

Die Dienste-Welle

Bei den Diensten wechselt Apple die Erzählung. Apple Music kostet in Deutschland seit dem 17. Juli 11,99 statt 10,99 Euro im Einzelabo, das Familienabo springt von 16,99 auf 19,99 Euro, Studierende zahlen 6,99 statt 5,99 Euro. Die Begründung lautet diesmal auf gestiegene Lizenzkosten der Rechteinhaber. Von Speicherchips ist keine Rede mehr, obwohl zwischen AppleCare und Musik nur 48 Stunden liegen. Die Erhöhung erwischte einen bemerkenswerten Tag — denselben, an dem Apple Nvidia als wertvollstes Unternehmen der Welt ablöste. Dabei entsteht eine Lücke im eigenen Portfolio. Das Music-Familienabo liegt mit 19,99 Euro jetzt über dem kompletten Apple-One-Bündel für Einzelpersonen, das unverändert 19,95 Euro kostet. iCloud+ wurde bislang nur in acht Märkten teurer, darunter Japan, die Türkei und Nigeria; Deutschland ist nicht dabei. Spotify verlangt weiterhin 12,99 Euro im Einzelabo. Apple folgt der Branche, es führt sie nicht an.

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Drei Preisrunden in drei Wochen, zwei Begründungen, ein Muster. Hardware und AppleCare+ laufen unter Speicherknappheit, Apple Music unter Lizenzkosten. Beides mag zutreffen, erklärt aber nicht, warum die Anpassungen binnen 48 Stunden aufeinanderfolgen. Sichtbar wird hier das Ende einer Selbstverpflichtung: Apple hat Komponentenkosten jahrzehntelang absorbiert und die Listenpreise stabil gehalten. Dieses Versprechen ist aufgekündigt. Die KI-Infrastruktur zieht DRAM und NAND aus dem Consumer-Markt ab, und der Konzern reicht die Rechnung weiter — bei der Hardware offen, bei den Diensten unter anderem Etikett. Das iPhone im September dürfte die nächste Etappe sein.

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