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Prima Klima

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Kohle, Klima und der Hitze-Kollaps. Der Weltklimagipfel in Bonn ist beendet. Die 23. UN-Klimakonferenz (6-17.11) tagte in Bonn. Elf Tage lang diskutieren knapp 30.000 Delegierte aus den 197 Staaten der UN-Klimakonferenz darüber, wie sich das Pariser Klima-Abkommen von 2015 praktisch umsetzen lässt. Das Paris-Protokoll, Nachfolger des Kyoto-Protokolls, soll die vom Menschen verursachte Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zu den Werten vor der Industrialisierung begrenzen.

Wir haben in Bonn große Fortschritte gemacht, und zwar beim Verhandeln und beim Handeln. Damit hat die Konferenz die Erwartungen voll erfüllt. Uns ist ein wichtiger Zwischenschritt gelungen auf dem Weg zur Konferenz in Kattowitz in einem Jahr, wo die Umsetzungsregeln von Paris beschlossen werden sollen. Bonn war auch die erste Weltklimakonferenz nach dem angekündigten Rückzug der Trump-Regierung aus dem Pariser Klimaabkommen. Von Bonn geht das starke Signal aus, dass die Welt zusammensteht und sich beim Klimaschutz nicht aufhalten lässt.
[ Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin ]

Ein wesentliches Ergebnis der Konferenz ist der sogenannte Talanoa-Dialog. Talanoa ist ein fidschianischer Begriff für einen Austausch mit allen Beteiligten. Da die aktuellen Klimaziele unter dem Pariser Abkommen in der Summe noch nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, wurde bereits in Paris vereinbart, dass die Staatengemeinschaft mit der Zeit immer ehrgeiziger werden muss. Der Probelauf für diesen Ambitionsmechanismus ist der Talanoa Dialog. Unter Führung von Fidschi und Polen soll er im Laufe des nächsten Jahres Beiträge aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenfassen. Ergebnis wird eine Bestandsaufnahme sein, die die Vertragsstaaten zu ehrgeizigerem Handeln motivieren soll, um die globale Klimaschutzlücke zu schließen. Wichtige Fortschritte gab es auch beim sogenannten Regelbuch, also den Ausführungsbestimmungen für das Pariser Abkommen. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wie die Staaten ihre Treibhausgasemissionen messen und darüber berichten. In Bonn wurden zu allen Fragen Texte entwickelt, die bis zur Weltklimakonferenz in Kattowitz 2018 schlussverhandelt werden können.

Beim Weltklimagipfel haben mehrere Länder unter Führung Kanadas und Großbritanniens eine Allianz für den Kohleausstieg gebildet. Dieser sei ohne wirtschaftliche Nachteile möglich, so die kanadische Umweltministerin. Deutschland beteiligt sich nicht – und gerät unter Druck. Und der Druck wird noch zunehmen: Bis zum nächsten UN-Klimagipfel Ende kommenden Jahres in Kattowitz will das Bündnis mindestens 50 Partner vereinen.
Der sogenannten „Powering Past Coal Alliance“ gehören neben Kanada und Großbritannien 17 weitere Staaten an, darunter Frankreich, Italien und die Niederlande, aber auch Fidschi und die Marshall-Inseln. Mit mehreren Bundesstaaten und Städten wie Vancouver sind bislang 25 Partner zusammengeschlossen.

Was, wenn das mit dem Klima nicht klappt?
Bei einer Erwärmung um 3 Grad werden insbesondere in Asien viele Städte unbewohnbar, weil sie am Wasser gebaut sind. Auf der Liste stehen Shanghai (17,5 Millionen), Hong Kong (8,4 Millionen), Osaka (5,2 Millionen) und noch viele weitere sowie Alexandria (3 Millionen) in Ägypten, Den Haag (2,5 Millionen) in den Niederlanden, Miami (2,7 Millionen) in Florida und Rio de Janeiro (1,8 Millionen) in Brasilien [ theguardian.com ].
Unterstützt vom Seasteading Institute in San Francisco möchte das Startup Blue Frontiers schwimmende Siedlungen anlegen. Ein Pilotprojekt startet jetzt in Französische Polonesien (French Polynesia). Bis zum Jahr 2020 soll es gut zwölf schwimmende Strukturen zu Stückkosten von 60 Millionen US-Dollar geben [ nytimes.com ].

Doch nicht nur Wasser ist ein Problem. Schlimmer sind die jetzt schon angespannten Wüsten. Mehr als 30 Prozent der Weltbevölkerung lebt zur Zeit an Orten, in denen Temperatur und Luftfeuchtigkeit an mindestens 20 Tagen im Jahr die Wärmeregulation des menschlichen Körpers überfordern.

Klimaforscher sagen den Großstädten am Arabischen Golf Temperaturen von 50 und sogar 60 Grad Celsius voraus – für Menschen ist das die Grenze der Belastbarkeit. Einige Wissenschaftler befürchten, dass heute noch dicht besiedelte Gebiete am Arabischen Golf zukünftig unbewohnbar werden könnten [ deutschlandfunk.de ].

Im den USA wird die Anzahl der Tage über 100 Grad Fahrenheit zunehmen. Das ist nicht immer angenehm und hat auch technisch weitreichende Auswirkungen.
Im Juni 2017 konnten mehrere Flüge den Flughafen von Phoenix in Arizona nicht verlassen. Dort war es zu heiß [ azcentral.com ].
Kleinere Flugzeuge können bei 120 Grad Fahrenheit nicht mehr starten, weil die warme Luft nicht genügend Auftrieb erlaubt. Längere Startbahnen könnten helfen, eine höhere Startgeschwindigkeit zu erreichen. Allerdings gibt es nicht überall extra lange Landebahnen. Nicht zuletzt begrenzen auch die Reifen der Flugzeuge die Startgeschwindigkeit.
[ Mit Material von tagesschau.de, br.de und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ]

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