
Apps und der Download von Apps laufen nicht mehr von selbst
Download am Dienstag. Apple hat im Juni-Quartal mit seinen Diensten 30,74 Milliarden Dollar umgesetzt. Ein Plus von zwölf Prozent. Ein neuer Rekord für ein Juni-Quartal. Trotzdem verlor die Aktie nachbörslich über sechs Prozent. Denn zum ersten Mal seit langem blieb das Servicegeschäft hinter den Erwartungen der Analysten zurück.
Finanzchef Kevan Parekh lieferte die Erklärung gleich mit. Das Wachstum im App Store sei gebremst. Schuld seien mehrere Faktoren. Das Geschäft mit Mobile Games habe sich schwächer entwickelt. Wechselkurse hätten belastet. Und im Vorjahr habe der Kinostart von F1 zusätzlichen Umsatz gebracht, der diesmal fehle.
Ein schwächelndes Spiel. Ein starker Dollar. Ein Film. Man könnte fast Mitleid bekommen.
Doch dann nannte Parekh den vierten Grund. Und der ist der eigentliche. Apple habe das Geschäftsmodell in einigen Ländern angepasst“. Das ist die höfliche Formulierung für einen Kontrollverlust.
In den USA untersagt ein Gericht dem Konzern derzeit, auf sogenannte Link-out-Käufe eine Provision zu erheben. Wer die App verlässt und außerhalb bezahlt, zahlt keine Apple-Steuer mehr. Der Fall liegt inzwischen beim Obersten Gerichtshof. Bis zur Entscheidung kassiert Apple hier gar nichts. In der EU fallen für Apps aus alternativen Marktplätzen niedrigere Abgaben an. In Japan und Brasilien wurden die Gebührenmodelle ebenfalls gekippt.
Mit anderen Worten. Überall dort, wo Gerichte und Regulierer die Mautstelle geöffnet haben, sinken die Einnahmen. Das ist kein Betriebsunfall. Das ist die Wirkung der Regeln. Genau so war es gedacht.
Die Provision von bis zu dreißig Prozent war nie ein Naturgesetz. Sie war die Miete für den einzigen Zugang zum iPhone. Solange es keine Alternative gab, war die Miete alternativlos. Jetzt gibt es Alternativen. Und Apple präsentiert das Ergebnis wie schlechtes Wetter.
Das ist der eigentliche Vorgang. Ein Konzern, der den Abbau seiner Monopolrente in die Sprache des Quartalsberichts übersetzt. Neben Wechselkursen. Neben einem Rennfilm.
Der Rest der Sparte wächst weiter zweistellig. Cloud, Werbung, Bezahldienste. Mehr als anderthalb Milliarden Abonnements. Von Krise keine Spur. Apple verdient prächtig. Nur eben etwas weniger prächtig an einer Stelle, an der es das nie hätte tun dürfen.
Für das laufende Quartal erwartet Apple ähnliches Wachstum. Herausgerechnet ist ein zusätzlicher Wechselkurseffekt. Herausgerechnet wird nie, was hier wirklich passiert.
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Apple meldet einen Dienste-Rekord und nennt die Regulierung im gleichen Atemzug als Bremse. Beides stimmt. Der Konzern verliert die Provision, die er nie hätte verlangen dürfen. Und beschreibt diesen Verlust als Gegenwind.

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