
Apple plant ein MacBook Ultra mit OLED und Touch, doch die Speicherkrise verschiebt den Start und kreative Touch-Werkzeuge fehlen auch noch
Mac-Montag. Apple will nach übereinstimmenden Berichten seine Spitzenklasse neu ordnen. Oberhalb des MacBook Pro soll das MacBook Ultra stehen, das erste OLED-Display an einem Mac, dazu ein Touchscreen und ein neu gezeichnetes Gehäuse. Mark Gurman verorte das Fenster zwischen Ende 2026 und Anfang 2027, Ming-Chi Kuo erwarte den Produktionsstart gegen Jahresende. Es wäre der erste große Umbau der Reihe seit fünf Jahren.
Soweit die Verheißung. Der Haken liegt nicht im Design, sondern im Speicher. Die Knappheit bei DRAM und NAND trifft den gesamten Rechnermarkt, Apple hat die Preise bereits im Juni angehoben, und genau diese Krise verschiebt das Ultra-Fenster nach hinten. Ein Premium-Gerät, dessen Marge die Bauteilkosten auffangen muss, kommt eben dann, wenn die Bauteile wieder bezahlbar sind. Anfang 2027 klingt daher realistischer als das Weihnachtsgeschäft.
Der eigentliche Widerspruch steckt aber woanders. Apple liefert die Fläche, aber nicht die Werkzeuge. Ein OLED-Panel und ein berührungsempfindliches Display sind ein Versprechen an Kreative, an Illustratoren, Cutter, Musikproduzenten. Nur ist macOS bis heute für den Zeiger gebaut, nicht für den Finger. Wer am Mac zeichnet, greift zum iPad und zu Sidecar, nicht zum Trackpad. Ein Final Cut, das sich mit der Hand bedienen ließe, ein Logic mit echten Touch-Instrumenten, eine Systemebene, die Stift und Geste ernst nimmt, all das fehlt. Apple beschreibe das Ganze selbst als touch-friendly, nicht touch-first. Das ist ehrlich und zugleich das Eingeständnis, dass die Software der Hardware hinterherhinkt.
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Somit verkauft Apple eine Leinwand ohne Pinsel. Der Bildschirm kann berührt werden, aber die Programme, die diese Berührung in Arbeit verwandeln, lassen noch auf sich warten. Zwischen OLED, Touch und RAMageddon bleibt die Frage, wofür ein Kreativer 2027 drei- bis fünftausend Euro ausgeben soll, wenn der Fortschritt vor allem im Panel steckt und nicht im Handwerkszeug.
Vielleicht ist genau das die Rechnung. Erst die Hardware etablieren, das Ultra verkaufen, den Preis setzen, und die passenden Werkzeuge nachliefern, wenn die Basis installiert ist. Für Apple ist das Strategie. Für die Menschen, die damit arbeiten sollen, ist es eine weitere Runde für Early-Adaptors.

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