
Sportswashing bedeutet, dass ein Regime seine Menschenrechtsbilanz hinter Toren und Transfers verschwinden lässt
Download am Donnerstag. Apple Sports wächst weiter, so verkauft Apple das Update auf Version 4.3. Sieben neue Fußballligen kommen hinzu, darunter die Österreichische Bundesliga, die englische Women’s Super League und die türkische Süper Lig. Ein Name in der Liste fällt auf. Die Saudi Pro League, offiziell Roshn Saudi League, steht ab sofort neben allen anderen im sauberen Interface auf dem iPhone. So geht Sportswashing.
Diese Liga ist kein gewachsener Wettbewerb, sondern ein Instrument. Der saudische Staatsfonds PIF hält die Mehrheit an den vier größten Klubs, an Al-Hilal, Al-Nassr, Al-Ittihad und Al-Ahli. Vorsitzender des PIF ist Kronprinz Mohammed bin Salman. Mit Ablösesummen für Cristiano Ronaldo, Neymar und Karim Benzema kaufte sich das Königshaus 2023 Aufmerksamkeit, und die Rechnung geht auf. Die Liga steht nun in einer App aus Cupertino, direkt neben Wettbewerben, die niemand einem Regime zurechnet.
Genau das ist der Zweck. Sportswashing bedeutet, dass ein Regime seine Menschenrechtsbilanz hinter Toren und Transfers verschwinden lässt. Der Journalist Jamal Khashoggi wurde 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul getötet und zerstückelt. Nach Einschätzung der US-Geheimdienste habe Mohammed bin Salman die Operation gebilligt. Riad bestreitet das. Die Hinrichtungen im Akkord, die inhaftierten Aktivistinnen und die Toten im Jemen verschwinden dadurch nicht, sie werden nur überblendet.
Apple ist dabei Kurator, nicht neutrale Leitung. Eine Liga in Apple Sports aufzunehmen ist eine redaktionelle Entscheidung, kein Naturereignis. Der Konzern, der seine Keynotes mit Datenschutz und Haltung bespielt, reicht dem Kronprinzen dieselbe glatte Oberfläche wie der Champions League. Wer Werte verkauft, verkauft sie auch hier. Ein Hinweis, eine Einordnung, ein Verzicht wären möglich gewesen. Apple entscheidet sich für das Logo neben den anderen Logos.
Das kostet den Konzern nichts und bringt Reichweite in einem Wachstumsmarkt, in dem er seine Dienste ausbauen will. Der eigentliche Preis steht auf einer anderen Rechnung. Ihn zahlen jene, deren Namen in keiner Liga auftauchen.
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Apple nimmt die vom saudischen Staatsfonds kontrollierte Saudi Pro League in seine Sports-App auf und liefert dem Regime von Mohammed bin Salman eine weitere saubere Bühne. Das ist eine redaktionelle Entscheidung, keine technische. Sauberer Sport geht anders.

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