
Apple wird weiterhin an jeder auf dem iPhone verdienen
Finanzen am Freitag. Apple hat den teuersten Streit seiner EU-Geschichte beigelegt, und das Bemerkenswerte daran ist, wie wenig es das Unternehmen am Ende kostet. Am 18. August kündigte der Konzern neue Geschäftsbedingungen für Apps in der EU an, die am 1. Oktober in Kraft treten. Damit endet der Konflikt um jene Anti-Steering-Regeln, für die die EU-Kommission Apple im April 2025 mit 500 Millionen Euro belegt hatte und gegen die Apple noch im Juli 2025 vor Gericht zog.
Der finanzielle Kern steckt in einer Umbenennung mit Folgen. Die umstrittene Core Technology Fee, eine Gebühr pro Installation für Entwickler mit außergewöhnlicher Reichweite, weicht der Core Technology Commission. Statt eines Pauschalbetrags kassiert Apple künftig fünf Prozent auf digitale Transaktionen in Apps, die außerhalb des App Stores vertrieben werden. Die anfängliche Anschaffungsgebühr und die Store-Dienstleistungsgebühr entfallen.
Wer die neue Tabelle liest, erkennt das Muster. Im App Store mit Apple In-App-Kauf zahlen Entwickler 26 Prozent, die meisten kleineren Anbieter und Abos ab dem zweiten Jahr 15 Prozent. Bei alternativer Zahlungsabwicklung im App Store sind es 20 Prozent, bei Verlinkung nach außen 15 Prozent, ermäßigt jeweils zehn Prozent. Und wer seine App komplett am App Store vorbei über fremde Marktplätze oder das offene Netz vertreibt, zahlt die fünf Prozent Core Technology Commission.
Genau hier liegt der Coup. Die Kommission wollte die geschlossene Kasse aufbrechen, und formal ist ihr das gelungen. Entwickler dürfen erstmals Apple In-App-Kauf und externe Zahlung parallel anbieten, sie dürfen aus der App heraus ins Netz verlinken, sie dürfen fremde Marktplätze nutzen. Doch an jedem dieser neuen Wege verdient Apple mit. Der Konzern hat den Zaun um sein Ökosystem nicht eingerissen, sondern ein Kassenhäuschen davor gestellt.
Apple selbst wählt eine andere Erzählung. Jede Provision spiegle den Mehrwert wider, den man für Apps schaffe, unabhängig davon, ob Entwickler den App Store nutzten oder nicht. Eine verpflichtende Notarization diene der Sicherheit der Nutzer, gerade beim Vertrieb über das offene Netz, hinter dem kein Betreiber und keine laufende Aufsicht stünden. Ob fünf Prozent auf eine Transaktion, mit der Apple technisch nichts zu tun hat, ein Entgelt für Leistung oder für bloßen Zugang zur Plattform sind, wird die nächste juristische Runde klären müssen.
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Für die Kommission ist es ein Etappensieg mit Beigeschmack. Sie hat einheitliche Bedingungen erzwungen. Sie hat aber ein Geschäftsmodell akzeptiert, in dem der Gatekeeper an fast jeder Ebene kassiert. Die 500 Millionen Euro entsprachen rund 0,14 Prozent von Apples Jahresumsatz. Die Core Technology Commission wirkt hingegen dauerhaft.

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