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Ferrari Luce

Ferrari Luce 2026

Jony Ive gestaltet ein übermotorisiertes Elektro-SUV,
das sich als Apple iCar mit fünf Sitzplätzen und Kofferraum
maximal vom Markenkern in Maranello entfernt

Mobilität aus Maranello. Was Apple jahrelang unter dem Codenamen Project Titan entwickelte und 2024 beerdigte, rollt nun doch – nur eben mit einem springenden Pferdchen auf der Haube. Den Ferrari Luce, das erste vollelektrische Modell der Marke, hat nicht das hauseigene Design Studio unter Flavio Manzoni gezeichnet, sondern das Kollektiv LoveFrom: Jony Ive und Marc Newson, die früheren Apple-Chefdesigner hinter iPhone, iMac und Apple Watch. Ferrari holte die beiden bewusst von außen ins Projekt, um eine fremde Formensprache zuzulassen. Wer also wissen will, wie ein iCar ausgesehen hätte, schaut sich am besten diesen Ferrari an.

Die Eckdaten: vier Elektromotoren, einer pro Rad, zusammen 1.050 PS. 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden, 310 km/h Spitze, 530 km Reichweite. 122-kWh-Batterie, 800-Volt-Architektur, 2.260 kg Gewicht, rund 550.000 Euro.

Ives Handschrift sitzt vor allem im Innenraum. Öffnet man die vier Türen, ist jede Oberfläche durchgestaltet – selbst die Türscharniere sind als Skulptur ausgeführt. Das Dreispeichen-Lenkrad besteht aus recyceltem Aluminium und setzt sich aus 19 CNC-gefrästen Teilen zusammen. Ein Aluminiumsubstrat zieht sich über das gesamte Armaturenbrett, unterbrochen von Lüftungsdüsen, deren Aluminiumblenden sich mit spürbarer Haptik aufklappen lassen. Die Fahrerinstrumente nutzen OLED-Displays von Samsung mit konvexen Parallaxe-Linsen für Tiefe und Schärfe; ihre Farbe wechselt mit dem gewählten Chassis-Modus. Die hinterleuchtete Tachonadel aus Aluminium und Polycarbonat und der Launch-Control-Hebel – inspiriert von Hubschrauber-Instrumenten – mischen Analoges und Digitales, Auto und Luftfahrt.

So weit die Form. Beim Konzept entfernt sich der Luce maximal vom Markenkern: ein übermotorisiertes, fünfsitziges Elektro-SUV mit Kofferraum. Ein flacher Fiat Multipla, nur dass dafür einst Michael Schumacher werben musste.

Technisch ist er trotzdem ein Brocken. Eine zentrale Fahrzeugsteuereinheit (VCU) vernetzt alle Systeme und aktualisiert ihre Sollwerte 200-mal pro Sekunde; jedes Rad lässt sich in allen drei Achsen einzeln regeln. Die Frontmotoren liefern 210 kW, die Heckmotoren 620 kW, das Gesamtdrehmoment an den Rädern beträgt 7.750 Nm. Die Frontmotoren drehen bis 30.000 U/min. Über Sekundäraluminiumlegierungen senkt Ferrari die CO₂-Emissionen der Produktion um 70 Prozent.

Erstmals bei einem Ferrari kommt ein separater, elastisch gelagerter Rahmen zum Einsatz, um Vibrationen zu dämpfen. Den fehlenden Motorensound ersetzt ein Präzisionsbeschleunigungsmesser an der Hinterachse: Er erfasst die Eigenfrequenzen der rotierenden Bauteile, die dann wie bei einer E-Gitarre ausgeglichen und verstärkt werden. Ein E-Manettino regelt Leistung, Drehmomentkurve, Traktion und Fahrdynamik in den Modi „Range“, „Tour“ und „Performance“; ein Torque-Shift-System gibt das Drehmoment in Kurven progressiv frei.

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