
Apple Music Club Live streamt das Tomorrowland
Stream am Samstag. Seit gestern (17.7) läuft in Boom das erste Wochenende des Tomorrowland, und Apple Music überträgt mit. Unter dem Label Club Live streamt der Konzern vom 17. bis 19. Juli täglich ab 15 Uhr ausgewählte Sets von sechs Bühnen — als Audiostream, kostenlos, ohne Abo. Nach dem Auftakt bei der EDC Las Vegas im Mai und der angekündigten Kooperation mit dem Warehouse Project ist das belgische Festival der bislang größte Partner der Reihe.
Das Festival
Tomorrowland findet seit 2005 im Naturpark De Schorre statt und ist längst weniger Festival als Franchise. Apple beziffert das Publikum auf rund 400.000 Besucher aus mehr als 200 Ländern pro Jahr, verteilt auf zwei Wochenenden und über 16 Bühnen. Wer hier spielt, hat es geschafft — und wer hier überträgt, erreicht ein Publikum, das Streaminganbieter sonst mühsam einzeln einsammeln müssen.
Das Line-up
Die Auswahl der übertragenen DJs ist keine Zufallsliste, sondern eine kuratorische Ansage. Auf der einen Seite die Stadionfraktion: David Guetta, Calvin Harris, Martin Garrix, Armin van Buuren — Namen, die auch außerhalb der Szene funktionieren. Auf der anderen Seite Avalon Emerson b2b Ben UFO, Sara Landry, Bedouin: Clubkultur, Hard Techno, Underground-Credibility. Apple will beides, die Reichweite und den Respekt der Szene.
Shazam im Stream
Die steht im Kleingedruckten. Club Live nutzt laut Pressemitteilung die Technik hinter dem DJ-Mix-Programm, gestützt auf die Erkennungsfunktion von Shazam. Damit werden in einem Live-Set die einzelnen Tracks identifiziert, lizenziert, abgerechnet und ausgezahlt — automatisiert und in großem Maßstab. Das ist der Punkt. DJ-Mixe waren zwei Jahrzehnte lang das rechtliche Sorgenkind der elektronischen Musik: gelöschte SoundCloud-Uploads, stummgeschaltete Streams, unbezahlte Produzenten. Apple hat mit Shazam die Infrastruktur gekauft, um dieses Problem zu lösen — und löst es nun so, dass die Lösung nur auf der eigenen Plattform funktioniert. Der kostenlose Livestream ist der Trichter, die Wiederholung in Spatial Audio das Abo-Argument, das entstehende Archiv der Burggraben.
Man kann das als Engagement für die Musikszene lesen, und ein Stück weit ist es das auch: Hier fließt Geld an Rechteinhaber, das vorher niemand eingesammelt hat. Man kann es ebenso als klassische Plattformstrategie lesen — Apple besetzt eine Lücke, die Spotify offengelassen hat, und macht Kulturgeschichte zu proprietärem Katalog. Beides richtig. Genau das macht es interessant.
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Apple überträgt Tomorrowland kostenlos auf Apple Music Club Radio — der eigentliche Coup ist aber die Shazam-gestützte Lizenzinfrastruktur, die DJ-Mixe erstmals sauber abrechenbar macht. Gut für die Szene, sehr gut für Apple.

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