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Volkswagenverräter

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Dieselgate in Detroit. In den USA wurde der erste VW-Mitarbeiter trotz eines umfangreichen Geständnisses zu einer hohen Geldstrafe und zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt.

In den USA ist erstmals ein VW-Mitarbeiter wegen seiner Rolle im Abgas-Skandal verurteilt worden. Der langjährige Konzern-Ingenieur Liang erhielt eine Gefängnisstrafe von 40 Monaten und eine Geldbuße in Höhe von 200-tausend Dollar. Der Richter in Detroit sprach von einem ernsten Verbrechen. Der Angeklagte habe dabei eine Schlüsselrolle gespielt. Dem 63-jährige Deutsche war vorgeworfen worden, die USA über den Einbau einer illegalen Software zur Manipulation von Abgaswerten in Dieselautos getäuscht zu haben. Liang ist einer von acht amtierenden und früheren Mitarbeitern des VW-Konzerns, gegen die bislang wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze Strafanzeigen in den USA gestellt wurden. Der Volkswagen-Dieselexperte hatte frühzeitig ein Geständnis abgelegt und mit den Ermittlern kooperiert.
[ ndr.de/info ]

Diese Urteil wird teils bestürzt aufgenommen:

Ungläubiges Schweigen im Gerichtssaal, selbst der Staatsanwalt wirkt konsterniert. Richter Sean Cox kennt beim ersten Urteil gegen einen VW-Mitarbeiter im Abgas-Skandal keine Gnade und geht deutlich über die Forderungen der Strafverfolger hinaus. Der Konzerningenieur James Liang muss für 40 Monate in Haft und 200. 000 Dollar Strafe zahlen. Wie ein Häufchen Elend fällt er auf der Anklagebank in sich zusammen, die Ehefrau bricht hinter ihm in Tränen aus, daneben mit versteinerten Mienen die Töchter und der Sohn.
[ shz.de, dpa ]

Ganz so überraschend ist das harte Urteil aber nicht, denn dazu schreibt die Berliner Morgenpost bereits im September 2016:

James Robert Liang, 62, seit 33 Jahren bei VW beschäftigt, hat sich offiziell schuldig bekannt, über zehn Jahre am Einsatz jener Computer-Software beteiligt gewesen zu sein, die VW allein in den USA bisher einen Schaden von mehr als 15 Milliarden Dollar (13,4 Milliarden Euro) eingebracht hat. Im Falle einer Verurteilung droht dem deutschen Staatsbürger eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Und ein Bußgeld von 250.000 Dollar.
[ morgenpost.de ]

Das Urteil zeigt, dass Ingenieure sehr wohl für Software im Auftrag ihrer Arbeitgeber belangt werden können. Software-Entwickler sollten in Zukunft ethische Grenzen klar kommunizieren.
Das Urteil zeigt aber auch, dass etwa dem Ex-Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer – sollte er jemals der US-Justiz überstellt werden – noch härtere Strafen drohen. Auch der im Januar in Florida verhaftete Oliver Schmidt düfte mit sieben Jahren Haft und bis zu 500.000 US-Dollar Strafe bei einem vollständigen Schuldgeständnis gut beraten sein.

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