
Freaky Friday. Laut einem Bericht bei The Information (15.4) schickt Apple eine Gruppe von „weniger als 200″ Ingenieuren aus den Hunderten, die derzeit an Siri arbeiten, in ein mehrwöchiges Bootcamp, um ihre KI-Coding-Fähigkeiten zu schärfen. Während die Ingenieure am Bootcamp teilnehmen, werden rund 60 Mitglieder des Siri-Teams weiterhin an der Kernentwicklung arbeiten, und weitere 60 konzentrieren sich auf die Leistungsbewertung – einschließlich Sicherheits- und Nutzbarkeitsstandards.
Der Siri-Bereich hat intern den Ruf eines Nachzüglers. Während einige Teams bei Apple große Teile ihrer Budgets für Tools wie Claude Code reserviert haben, hat das Siri-Team diese Möglichkeiten offenbar nicht voll ausgeschöpft.
Das Ganze folgt einer Reorganisation, die stattfand, nachdem das Unternehmen einen für Anfang 2025 geplanten Siri-Launch verzögern musste. Mehrere Berichte hatten zuvor gemeldet, dass Apple die Einführung neuer Siri-Funktionen verschieben musste, nachdem entdeckt wurde, dass der Assistent bei der Verarbeitung von Anfragen Fehler machte und zu langsam reagierte.
KI-Chef John Giannandrea trat Ende 2025 von seiner Position zurück und verabschiedet sich nun endgültig in den Ruhestand. Apple-Software-Chef Craig Federighi übernahm die KI-Leitung, und Mike Rockwell – bekannt als Entwickler der Vision Pro – führt jetzt das Siri-Team an.
Die kommende Siri-Version soll Google Gemini nutzen und deutlich fortschrittlichere, kontextsensitive Antworten liefern sowie komplexe Anfragen eigenständig bearbeiten können.
Die Markteinführung der aufgerüsteten Siri könnte mit iOS 27 kommen – voraussichtlich im September, zusammen mit den neuen iPhone-18-Modellen und möglicherweise einem faltbaren Gerät.
Eine erheblich leistungsfähigere Siri, die komplexe Aufgaben versteht, schneller reagiert und besser in das Apple-Ökosystem integriert ist – aber realistisch erst mit iOS 27 im Herbst 2026. Das ist etwas, auf das Anwender:innen schon seit zwei Jahren warten.
Auf Entwickler-Seite haben KI-Coding-Assistenten wie Claude Code und OpenAI Codex die Programmierwelt verändert und ermöglichen es erfahrenen Entwicklern, deutlich mehr Code zu produzieren als bisher. Das Bootcamp signalisiert, dass Apple diese Tools nun auch intern ernsthaft adaptiert – was mittelfristig schnellere Entwicklungszyklen und vielleicht auch bessere APIs für Drittentwickler bedeuten könnte.
Der Gemini-Deal zeigt, dass Apple bereit ist, externe KI-Modelle einzubinden – ein Signal, dass der Markt für AI-as-a-Service auch in den verschlossenen Apple-Kosmos einzieht. Gleichzeitig steigt der Druck auf kleinere Anbieter, da die großen Plattformen (Apple, Google, Microsoft) ihre KI-Fähigkeiten nun mit voller Kraft zentralisieren.
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Das Siri-Bootcamp ist weniger eine technische Maßnahme als ein **kulturelles Signal, denn Apple räumt intern ein, dass das Siri-Team den Anschluss an die KI-Entwicklung verloren hat – und reagiert mit einem Kraftakt kurz vor der WWDC 2026 im Juni. Ob das ausreicht, um Siri wirklich auf das Niveau von Google Assistant oder ChatGPT-basierten Assistenten zu heben, wird sich spätestens im Herbst 2026 zeigen.

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