
Bei Apples Touch-MacBook steckt die Revolution im Glas nicht im Silizium
Mac-Montag. Über ein Jahrzehnt hat Apple den Touchscreen am Mac abgelehnt. Steve Jobs nannte senkrechte Touch-Flächen schon 2010 ergonomisch unsinnig, Craig Federighi wiederholte das 2018, und John Ternus – der nächste CEO – erklärte den Mac 2021 für auf indirekte Eingabe optimiert. Damit ist jetzt Schluss. Mehrere Zulieferer-Leaker melden das erste Touch-MacBook als zu 100 Prozent bestätigt. Mark Gurman und Ming-Chi Kuo erwarten es zwischen Ende 2026 und Anfang 2027.
Technisch klingt das nach dem größten MacBook-Pro-Umbau seit Jahren mit Tandem-OLED-Panel statt Mini-LED, Dynamic Island anstelle Notch, ein dünneres Gehäuse, verstärktes Scharnier, 14 und 16 Zoll (Codenamen K114 und K116). Touch solle dabei touch-friendly, not touch-first bleiben – Tastatur und Trackpad blieben die Haupteingabe, der Finger käme nur ergänzend hinzu. Möglicherweise verkauft Apple das Gerät unter neuem Namen. MacBook Ultra kursiert seit Monaten.
Und genau hier wird die Frage nach dem dafür vorgesehenen Apple-Silizium interessant – weil es dieses Silizium nicht gibt. Gurman berichtet, Apple habe die geplanten M6-Pro- und M6-Max-Chips gestrichen; das neue Touch-Flaggschiff solle stattdessen mit den vorhandenen M5 Pro und M5 Max ausgeliefert werden – also mit exakt jenen Chips, die seit März 2026 in der aktuellen MacBook-Pro-Reihe stecken. Der eigentliche Sprung, die KI-optimierte M7-Generation, sei für später reserviert, frühestens Ende 2027.
Was Apple hier vorbereitet, ist kein Leistungsschub, sondern ein Display- und Gehäuse-Upgrade zum Höchstpreis. Und der Preis ist der Punkt. Im Juni hat Apple die Einstiegspreise bereits angehoben – das M5-Pro-MacBook-Pro auf 2.499, das M5-Max-Modell auf 4.099 US-Dollar. Die Touch-Variante dürfte darüber liegen. Begründung: die Speicherknappheit, die Tim Cook für unvermeidbar erklärt hat. Micron hat sich Rekordpreise für Arbeitsspeicher vertraglich bis 2030 zusichern lassen – die Teuerung ist also keine Momentaufnahme, sondern eingepreister Dauerzustand.
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Das Touchpanel wird nicht der technische Fortschritt, sondern Marketing-Gag. Apples erstes Touch-MacBook bricht ein langes Dogma, doch der Fortschritt steckt im OLED-Display und im Gehäuse, nicht im Chip. Laut Gurman sind die M6-Pro/Max-Pläne gestrichen, das Gerät bekommt die alten M5-Chips, und der echte Sprung (M7) kommt erst später – zum Höchstpreis mitten in der Speicherkrise.

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