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Diesel werden nicht sauber

Dieselgate als Dauerbrenner. Rund um den deutschen Dieselmotor halten neuere Erkenntnisse das Thema Dieselgate in den Schlagzeilen. Denn die Diesel werden durch Nachbesserungen nicht wirklich sauber. Sie halten lediglich auf dem Prüfstand Grenzwerte ein. Das ist sogar politisch so gewollt.

VW hat jahrelang Dieselautos mit illegaler Abschalteinrichtung verkauft. Diese schaltete das Abgasverhalten der Dieselautos im Straßenbetrieb auf „schmutzig“, während im offiziellen Labortest der Grenzwert für gesundheitsschädliche Stickoxide eingehalten wurde. Als der Betrug in den USA aufflog, wurde VW dazu verpflichtet, die Fahrzeuge so umzurüsten, dass sie im Straßenbetrieb die Grenzwerte wenigstens annähernd einhalten. Für den Konzern ein kostspieliges Unterfangen: VW musste in den USA bereits über 250 000 Dieselautos zurückkaufen und arbeitet seitdem an einer technischen Lösung [ zdf.de ].

VW hatte offenbar von Anfang an nicht die Absicht, die Stickoxidemissionen durch das Update drastisch zu senken. Das legt ein vertrauliches Papier des VW-Konzerns vom November 2015 nahe. Darin definiert VW selbst „Zielwerte“ für den Stickoxidausstoß nach dem Software-Update. Im Straßenbetrieb liegt dieser Zielwert bei dem „Faktor 3 bis 5“ über dem Grenzwert. Anstatt der erlaubten 180 mg/km NOx sollte das Auto nach dem Update 540 bis 900 mg/km NOx ausstoßen. Nur im offiziellen Labortest sollte laut VW der Grenzwert eingehalten werden. Diese „Zielwerte Volkswagen“ für das Software-Update sind laut dem vertraulichen Papier des VW-Konzerns „inhaltlich mit den Zulassungsbehörden (KBA) und dem Rechtswesen vereinbart“ [ spiegel.de ].

VW erklärt gegenüber dem ZDF, „dass die betroffenen Fahrzeuge alle gesetzlichen Anforderungen nach Umsetzung der technischen Maßnahmen vollumfänglich erfüllen.“ Außerdem gelten die Schadstoff-Grenzwerte nach Ansicht von VW – man höre und staune – nur für den offiziellen Labortest: „Dagegen sind die Grenzwerte nicht auf den regulären Straßenbetrieb anzuwenden“, so VW in seiner Stellungnahme. Die Abgasgrenzwerte sind also nur fürs Labor? [ heute.de ]

Der Abgasskandal scheint für den Volkswagen-Konzern nicht ausgestanden zu sein. Der TÜV Nord stellte bei einem Labortest eines Porsche Cayenne im Auftrag des SPIEGEL deutlich erhöhte Stickoxidwerte fest. Einem Insider zufolge sind die Diesel-Modelle dieses Geländewagens mit einer Abschalteinrichtung ausgestattet, die dafür sorgt, dass der Geländewagen im Straßenverkehr weit mehr giftige Abgase ausstößt als zulässig [ spiegel.de ].

VW-Kunden in Europa können im Dieselskandal nicht mit einer finanziellen Entschädigung rechnen. Stattdessen will der Autobauer mögliche Defekte im Zusammenhang mit der Umrüstung von manipulierten Dieselautos zwei Jahre lang kostenlos beheben. Auf diese Regelung einigte sich der Volkswagen-Konzern mit der EU-Kommission [ tagesschau.de ].

Meine Meinung:
Durch die Nachrüstung legitimiert die Bundesregierung mit ihrem Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Abgasbetrug von Volkswagen und vielleicht auch anderen. Die Autos von Volkswagen dürften jetzt vielleicht juristisch sauber sein, aber sie sind es tatsächlich nicht und waren es nie und werden es nie, obwohl der Abgastest und die Typenzulassung sowie auch die Grenzwerte den gesundheitlichen Rahmen abstecken und nicht den juristischen. Der Betrug an der Gesundheit geht weiter. Diesel-Autos sind noch viel schmutziger als angenommen und als Laborwerte beschönigen sollen.
[ Video: zdf.de/dokumentation ]

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